25 November 2013, 10:00

Die Hintergründe der 'Warnung'

 

Wie eine irische PR-Dame die Welt narrt – Was genau verbirgt sich hinter „Die Warnung“ und der angeblichen Prophetin „Mary Divine Mercy“? Von Michael Hesemann

 

Rom-Düsseldorf (kath.net) „Sie fragten (Jesus): Meister, wann wird das geschehen (die Endzeit) und an welchem Zeichen wird man erkennen, dass es beginnt? Er antwortete: Geb Acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es!, und: Die Zeit ist da. – Lauft ihnen nicht nach.“ (Lk 21, 7-8)

 

Seit Monaten sind die Botschaften der „Warnung“ ein Thema bei vielen kirchentreuen Christen, an manchen Gebetsstätten und Wallfahrtsorten haben sich ihre Anhänger bereits so breit gemacht, dass Bücher über den amtierenden Papst Franziskus als Ladenhüter gelten. Für sie endete das Papsttum, das Zeitalter der Kirche, mit dem Rücktritt Benedikts XVI. Franziskus halten sie für den „falschen Propheten“, der dem Antichristen vorausgeht. Denn wir leben, so sind sie überzeugt, in der letzten Phase der Endzeit. Christus kommt bald, ganz wie er es „seiner Prophetin“ höchstpersönlich vorausgesagt hat.

 

Doch wie konnte aus einem – im englischen Original – rund 2000seitigen Gesamtwerk, das sich bescheiden „Das Buch der Wahrheit“ nennt, eine sektiererische Bewegung entstehen, die das Schisma, die Kirchenspaltung, propagiert? Welche Rolle spielen die „Warnungs“-Jünger bei den böswilligen Verdrehungen und Unterstellungen, deren Opfer der argentinische Papst seit seiner Wahl am 13. März 2013 wiederholt wurde? Wer schließlich ist „Maria Divine Mercy“, die mysteriöse „Prophetin“, die seit dem 8. November 2010 über 970 Botschaften der Gottesmutter, Jesu, ja sogar Gottvaters „empfangen“ haben will?

 

VOM PR-GURU ZUR PROPHETIN

 

Die Informationen, die sich in der deutschen Ausgabe des „Buches der Wahrheit“ finden, sind spärlich. Danach war die „Seherin“ Maria vor ihrer prophetischen Berufung eine „lau praktizierende“ Katholikin, „Mutter von vier Kindern“, die „ein geschäftiges und erfülltes Leben“ führte: „Sie glaubte an Gott, aber sie war nicht im traditionellen Sinn fromm.“ Sie selbst erklärte am 11.10.2011 in einem Interview mit "Radio Maria": "Ich war eine erfolgreiche Geschäftsfrau". In einem zweiten Interview am 17.12.2011 bestätigte sie, in Irland zu leben. Erst im November 2013 enthüllte der irische Theologe Ronald Conte jr. ihre Identität. Bei „Maria Divine Mercy“ handelt es sich danach um die irische Geschäftsfrau Mary Carberry geb. McGovern, 58 Jahre alt und Mutter von mindestens zwei Kindern, Sarah (28) und David (26) Carbery. Gemeinsam mit ihrem Ehemann John leitet sie seit März 1982 die Agentur „McGovern PR“, die sich zunächst auf „Public Relations, Marketing, Journalismus“ und seit der Jahrtausendwende auch auf „Digitale Kommunikation“ spezialisierte. Auf ihrer LinkedIn-Seite beschreibt sie sich wie folgt: „Erfahren in allen Bereichen der Marketing-Kommunikation, insbesondere PR. Ein früher Internet-Anwender, richtete in Zusammenarbeit mit AOL einen Informationsdienst über Irland für Amerikaner irischer Abstammung ein. Heute zunehmende Geschäfte auf dem digitalen Sektor. McGovern PR startete die Schwesterfirma Future Media, um als einer der Ersten in Irland digitale Inhalte und digitales Marketing anbieten zu können. (…) Spezialität: Sehr erfahrene Medienpublizisten kreieren Kampagnen für Unternehmer, Konsumenten und das öffentliche Bewusstsein. Wir starten Onlinekampagnen, die schnell Beachtung finden und hochwertige Datenbanken erzeugen, wie sie heute von Marken benötigt werden. Wir kreieren ungewöhnliche Online-Episoden und Ereignisse rund um Marken, die bei ihren Zielgruppen zu Interesse und Debatten führen.“ ZoomInfo gibt den jährlichen Umsatz des Unternehmens mit „1-5 Millionen Dollar“ an, die Mitarbeiterzahl mit „10-20“ und bezeichnet Mary McGovern als „führenden PR-Guru“ der grünen Insel. Interviews aus dieser Zeit lassen sie als ehrgeizige Karrierefrau erscheinen. „Bis zu einem gewissen Grad ist die Ansicht, dass nette Mädchen nicht reich werden können, wahr“, erklärte sie etwa dem irischen „Independent“ am 5. September 2008, „erfolgreiche Menschen sind zu 80 % ihrer Zeit angenehm, nett und ruhig; aber sie können auch rücksichtslos sein. Eine gewisse Skrupellosigkeit ist in jeder Frau, die Erfolg hat.“ Und: „Wir sind von reichen Frauen fasziniert, gleich, wie sie ihr Vermögen gemacht haben. Je reicher sie sind, je mehr sind sie unsere Idole.“ Auf ihrer LinkedIn-Seite enthüllt sie auch ihre privaten Leidenschaften: „Lese Thriller der Knife Edge (dt. Das zweite Gesicht)-Reihe und schaue mir TV-Dokumentationen an“.

 

Stolz verweist Mary McGovern auf den Erfolg ihrer Firma: „McGovern PR gewann zahlreiche internationale Auszeichnungen und erhielt viermal den UK Marketing- und Kommunikationspreis, darunter 2006 als beste PR-Firma sowie in 2008 den Marketingpreis für Portugal, den US-Preis als beste internationale PR-Firma und den UK-Preis als beste PR-Firma, der vom International Property Magazine in Zusammenarbeit mit CNBC TV, der Daily Mail und der New York Times vergeben wurde.“ Dieser Erfolg erlaubte dem Ehepaar McGovern/Carberry den Kauf eines 850.000 Euro teuren, schmucken, weißen, zweistöckigen Einfamilienhauses in der Muldowney Court-Straße des „angesagten“ Dubliner Vororts Malahide, malerisch in Strandnähe gelegen. Doch als es im März 2003 eine Hypothek in Höhe einer halben Million Euro auf sein Haus aufnahm, wohl um das Geld in eine Expansion seines Unternehmens zu investieren, wurde ihm dies fast zum Verhängnis. „Ehepaar fürchtet, wegen rückständiger Hypotheken sein Haus zu verlieren“, vermeldete der irische „Independent“ am 8. Dezember 2009. Seit zehn Monaten hatten John und Mary Carberry ihre monatlichen Rückzahlungen in Höhe von 5217 Euro nicht leisten können; sie standen vor einem Schuldenberg von 491.000 Euro. Der Richter gab ihnen bis Ende Januar 2010 Zeit, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Die Tatsache, dass sie heute noch in diesem Haus wohnen, lässt darauf schließen, dass die Carberries eine Lösung für sein Finanzproblem fanden.

 

Es ist billig, eine Verbindung zwischen dem drohenden Offenbarungseid und dem Beginn der himmlischen Offenbarungen im November 2010 zu vermuten, auch wenn an der „Warnung“ vor allem die Professionalität ihrer weltweiten Vermarktungskampagne beeindruckt. Sie erscheint wie das Meisterstück einer genialen PR-Maschinerie. Doch vielleicht hat sich der Himmel ja auch bewusst die bestmögliche irdische PR-Agentur gesucht, um seine Botschaften effizient zu verbreiten.

 

Wahrscheinlicher aber ist eine andere Annahme. Der seelische Stress, die Sorge, ihr Lebenswerk zu verlieren, die Angst vor dem Verlust des Heims und ihres sozialen Status als erfolgreiche Karrierefrau könnten Mary McGovern-Carberrys Psyche für andere Einflüsse geöffnet haben.

 

WIE AUS MARY MCGOVERN MARIA DIVINE MERCY WURDE

 

Glauben wir ihrer eigenen Schilderung, so war es keine himmlische Erscheinung, sondern eher eine Inbesitznahme, die ihrer Berufung zur Prophetin vorausging. Am 9. November 2010 wachte sie nachts gegen 3.00 Uhr früh auf und „war sich bewusst, dass ihr Körper sich anders anfühlte … (sie) fühlte sich schwerelos und spürte ein unbeschreibliches Kribbeln im Bauch“. Es folgte „eine Reihe von starken Emotionen, sowohl körperliche als auch geistige, die wie ein elektrischer Strom durch ihren ganzen Körper fuhren“. Erst jetzt bemerkte sie, wie ein Jesus-Bild auf dem Nachtschränkchen mit ihr zu kommunizieren schien. „Und dann hatte sie diesen starken Drang, das aufzuschreiben, von dem sie wusste, dass Jesus ihr es mitteilte.“ Sie schrieb wie im Wahn. „Die Botschaft, die ihr diktiert wurde, beinhaltete 745 Wörter und sie benötigte genau 7 Minuten, um diese Nachricht Wort für Wort niederzuschreiben, von Anfang bis Ende.“ Das freilich erinnert mehr an das „automatische Schreiben“ okkulter Medien als an eine echte, himmlische Offenbarung. Der Jesus, den sie sah, zeichnete sich durch „durchdringend blaue Augen“ aus und „war umgeben von einem blendenden, scharfen Licht“. Was er ihr offenbarte, war freilich schmeichelhaft: „Maria wurde gesagt, dass die Wiederkunft Christi unmittelbar bevorsteht und dass sie der letzte Bote, der letzte Prophet ist. Ihr wurde gesagt, dass sie der siebte Bote, der siebte Engel ist, welcher der Welt den Inhalt der Siegel im Buch der Offenbarung verkünden wird … das Buch der Wahrheit, das im Buch Daniel für die Endzeit vorausgesagt worden ist.“ Und der Leser fragt sich unwillkürlich: Geht es nicht auch eine Spur bescheidener?

 

Doch wie plötzlich war dieser Schritt von der Glitzerwelt der Public Relations, von Marys Dasein als knallharte, clevere Geschäftsfrau, zur „Maria der Göttlichen Gnade“ und Superprophetin der Endzeit? Einer Frau, der es gelang, Zehntausenden gläubigen Katholiken einzureden, der Papst sei der „falsche Prophet“?

 

Was zunächst nach einer plötzlichen, nächtlichen Berufung klingt, hatte ein Vorspiel, auch wenn das Buch es nur vage andeutet: „In den Monaten vor der ersten Botschaft erlebte sie eine geistliche Erneuerung und hatte private Erscheinungen der Jungfrau Maria, die sie jedoch für sich behielt.“ Doch eine E-Mail, die Mary am 1. November 2010, also acht Tage vor ihrer nächtlichen Vision, an den katholischen Theologen und Erscheinungsexperten Ronald Conte jr. schrieb, enthüllt weitere Details:

 

„Ron, Ich las, was Sie über Garabandal und andere Prophezeiungen von der Wiederkunft Christi schrieben und denke, Sie sollten erfahren, welche Botschaften Joe Coleman, der Visionär, Mystiker und Seher, seit August 2009 erhält.

 

Ich bin die zweite Visionärin. Wir beide sehen die Gottesmutter und ihren geliebten Sohn Jesus Christus. Ich sehe auch eine Nonne während dieser Erscheinungen, von der ich glaube, dass es Schwester Faustina ist, die polnische Nonne, der in den 1930er Jahren ein Gebet an die Göttliche Barmherzigkeit offenbart worden ist, um die Welt auf die Wiederkunft vorzubereiten. (…) Wir erhalten jeden Monat Botschaften. Von Anfang an bat die Gottesmutter darum, sie zu veröffentlichen. Joe ging an die Öffentlichkeit – ich manage die Website, ging aber nicht an die Öffentlichkeit, da mir der Mut fehlt, die Wahrheit zu sagen. Noch kann ich meine Familie nicht dem aussetzen, was Joes Familie erleiden musste, seit er an die Öffentlichkeit ging.“

 

Zumindest wissen wir jetzt, weshalb sich Mary „Maria Divine Mercy“ nennt, auch wenn dies kein Ordensname ist und den falschen Eindruck erweckt, sie habe etwas mit den „Schwestern vom barmherzigen Jesus“ zu tun. Doch wer ist dieser Joe Coleman, auf den sie sich beruft?

 

DER SEHER VON KNOCK

 

Coleman, der sich selbst als „ungebildeten Dubliner aus der Arbeiterklasse“ bezeichnet, begann seine ungewöhnliche Karriere als spiritistisches Medium und Geistheiler, der behauptete, durch Handauflegen sogar Krebs heilen zu können. Auf seiner website aus dem Jahre 2007 (http://www.kerrytown-apparitions.com/) heißt es über ihn: „Seit er ein Kind ist, kann er Geister sehen. (…) am 1. Januar 1986 hatte er im Krankenhaus eine Nahtoderfahrung, als sein Herz für einen Moment zu schlagen aufhörte. Als er wieder zu sich kam, war er in der Lage, mit den Geistern zu kommunizieren. Es war ihm möglich, Dinge in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu sehen, von denen er nicht wissen konnte. (…) Um seine Fähigkeiten auszuweiten, erlernte er Geistheilung, Hellsehen und Kommunikation mit Tieren. Er lernte, durch den Heiligen Geist zu arbeiten. 2004 gründete er in Ballyfermot, nahe dem alten Gala-Kino, eine Klinik für Geistheilung und Hellsehen. (…) Er gab Seminare über spirituelles Bewusstsein und Meditation.“ Mit anderen Worten: Er war ganz und gar Esoteriker, als er 2007 nach Kerrytown kam, wo Marienerscheinungen vermeldet wurden. Dort kniete er nieder vor der Statue der Gottesmutter, sah, wie sich ihr Gesicht verwandelte und empfing eine Botschaft: Jeder, der an diesem Tag kommen würde, würde geheilt. Er sei ihr ganz besonders wichtig; jeden Tag würde sie seine Gebete hören. Coleman: „Seitdem spreche ich jeden Tag mit Maria.“

 

Weil die Kirche sich weigerte, trotz dieser „Bestätigung“ Kerrytown anzuerkennen, verlagerte er sein Wirkungsfeld nach Knock. Dort fand 1879 eine Marienerscheinung statt, die von der Kirche anerkannt worden war; sogar Papst Johannes Paul II. stattete dem Gnadenort 1979 einen Besuch ab. Doch als Joe Coleman für Oktober 2009 dort ein Sonnenwunder ankündigte, waren die Folgen verheerend. 10.000 Gläubige strömten nach Knock, wo der „Seher“ ihnen versprach, sie würden die Gottesmutter sehen, wenn sie nur in die Sonne starrten. Mindestens fünf Pilger erlitten dabei schwere Netzhautverbrennungen, einige verloren später ganz ihr Augenlicht. Andere glaubten, zu sehen, wie die Sonne „tanzt“. Die irischen Bischöfe distanzierten sich daraufhin von Coleman, verboten ihm und seinen Anhängern ein Jahr später, das Heiligtum von Knock für ihre Zwecke zu missbrauchen.

 

Dazu beigetragen hat gewiss auch die Fragwürdigkeit mancher Botschaften, die Coleman von der Gottesmutter empfangen haben wollte: „Sie wird die Fundamente der Kirche erschüttern, wenn die Leute ihr nicht zuhören, von Rom bis hinüber wo wir gerade sind, bis nach Knock“, hatte er im Oktober 2009 erklärt: „Und die Tore des Himmels werden verschlossen. Sie sagte, das werde sie machen, ich weiß nicht wie, aber sie ist wütend.“ (Zitat: http://globalcomment.com/joe-coleman-irelands-convenient-new-visionary/) Für 2012 soll er sogar das Wiederauftauchen der versunkenen Stadt Atlantis vorausgesagt haben.

 

Mary McGovern-Carberry pilgerte vielleicht nach Knock, um Trost und inneren Frieden zu finden, als ihr der Verlust ihrer Existenz drohte. Sie wird um ein Wunder gebetet haben, das sie und ihre Familie vor der drohenden Insolvenz rettete. Erschien es ihr als Antwort des Himmels, als sie plötzlich das Gefühl hatte, selber Botschaften zu empfangen, die sogar ganz konkrete Ereignisse ankündigten? Jedenfalls schrieb sie am 1. November 2010 an Ronald Conte: „Es wurde erwähnt, dass wir alle in die Wolken erhoben würden, doch das war nicht ganz klar. Das schien sich auf das Jahr 2013 zu beziehen, aber wir sind uns da nicht sicher.“ Dass die Vorstellung einer „Entrückung“ vor den apokalyptischen Umwälzungen zwar bei Evangelikalen weit verbreitet, aber keinesfalls Bestandteil der katholischen Eschatologie ist, war ihr offenbar zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst. So waren ihre „Botschaften“ die gleiche Melange aus Katastrophenszenarien, Verschwörungstheorien und Drohungen eines mahnenden, zornigen Gottes bzw. einer zornigen Gottesmutter, wie sie zuvor Joe Coleman serviert hatte. Empathie ist die wichtigste Eigenschaft, die eine gute PR-Dame auszeichnet; sie muss in der Lage sein, sich in ihren Kunden hineinzuversetzen, ja zu denken, wie er. Wurde Mary McGovern mit der gleichen Empathie zur Kopie Joe Colemans, die freilich das Original an Intelligenz und Kreativität bald weit übertraf? Wie auch immer man das Geschehen wertet, es muss bald darauf zum Bruch zwischen den beiden „Sehern“ gekommen sein. Managte Mary McGovern zunächst Colemans website „knockapparitions.com“, wurde diese noch im selben Jahr wieder eingestellt. Nach Aussage einer Quelle aus ihrem Umfeld hatte sie sogar Colemans Buch „The Message“ (Die Botschaft) als Ghostwriter geschrieben und den „Seher“ ins irische Fernsehen und Radio gebracht. Doch als ihre Identität Anfang November 2013 enthüllt wurde und einer seiner Anhänger Coleman fragte: „Ich habe kürzlich viel über Maria Divine Mercy gelesen. Sie versteckt sich hinter ihrem falschen Namen und es heißt, sie sei Mary Carberry. Sie wird mit Ihnen in Verbindung gebracht. Können Sie das bestätigen?“, antwortete dieser am 6.11.2013 um 11.45 Uhr: „Ja, es ist wahr, es ist im ganzen Internet zu lesen, ich habe seit nunmehr drei Jahren nichts mehr von ihr gesehen oder gehört, doch ich bete für sie, dass sie zu Gott umkehrt, der Teufel arbeitet auf vielerlei Weise daran, Menschen zu täuschen und von der Wahrheit fernzuhalten…“ Deutlicher konnte eine Distanzierung von ihr kaum ausfallen.

 

Doch Joe Coleman war nicht der einzige Kontakt Mary McGovern-Carberrys zu einem vermeintlichen „Seher“. Eine der ersten „Bestätigungen“ für die „Echtheit“ ihrer „Warnungs-Botschaften“ erschien am 18. November 2011 auf der australischen Website „marianworldofatonement.org“: „Little Pebble bat darum, dass die Botschaften einer europäischen Seherin, bekannt nur unter dem Pseudonym Maria Divine Mercy, auf unserer Website erscheinen sollen, um zu ihrer weitestmöglichen Verbreitung beizutragen, wie der Herr es gewünscht hat.“ Dahinter steckt freilich mehr, als auf den ersten Blick offensichtlich wird.

 

MARIA UND DER „KLEINE KIESELSTEIN“

 

Denn „Little Pebble“ ist, das kann man getrost sagen, der schamloseste Betrüger, der sich derzeit in der Szene der falschen Propheten und Seher tummelt. Geboren am 16. Mai 1950 in Köln als Wilhelm Kamm und schon früh nach Australien ausgewandert, gibt er an, seit einem 18. Geburtstag mit Gott und der Heiligen Jungfrau zu sprechen. Seit 1983 will er regelmäßige Erscheinungen von Jesus und Maria haben, die ihm seine „göttliche Mission“ offenbarten. Er, der sich (in „demütigem“ Gegensatz zu Petrus, dem Felsen) „kleiner Kieselstein“ nennt („Little Pebble“), solle die Gläubigen in der bevorstehenden Apokalypse anführen bis zur Wiederkunft des Herrn. So gründete er in Nowra eine Kommune, die er „Orden des hl. Charbel“ nannte und sammelte Jünger um sich – nach eigenen Angaben 200 „Ordensangehörige“ vor Ort, 100 weitere in anderen Provinzen des Landes, 500 „freiwillige Mitglieder“ und 750.000 Anhänger in 24 Ländern der Erde. „Gott hat einen Bund mit Little Pebble geschlossen“, behauptete er 2002 auf seiner Website, „Little Pebble ist Marias Prophet, der auf Papst Johannes Paul II. folgen und als letzter Stellvertreter Christi die Kirche führen wird.“ Zuvor würde er von dem polnischen Papst zum Bischof geweiht und als Nachfolger auserkoren werden, um gemeinsam mit ihm den Antichrist zu besiegen. Als Johannes Paul II. 2005 verstarb, erkannte seine Bewegung zwar Benedikt XVI. an, behauptete aber, Johannes Paul II. würde bald von den Toten auferstehen, um Kamm zu weihen, der jetzt dem Ratzinger-Papst im Amte folgen müsse.

 

Zu diesem Zeitpunkt war Kamms dubioser Orden längst offiziell von der Kirche verurteilt worden. 2002 veröffentlichte der Bischof von Wollongong, Peter Ingham, ein von der römischen Glaubenskongregation bestätigtes Dekret, das Kamms „absurde Annahmen“ ausdrücklich zurückwies. Zwei Theologen und zwei Kirchenrechtler hätten die Schriften des „Sehers“ gründlich geprüft und zu „Irrlehren“ erklärt, die „in klarem Widerspruch zur Lehre, Disziplin und Autorität der katholischen Kirche“ stünden. „Little Pebble“ kündigte daraufhin an, die Diözese auf 300 Millionen Dollar Schadensersatz verklagen zu wollen.

 

Kurz darauf stand Kamm selber vor Gericht. 2005 wurde er wegen Unzucht mit einer Minderjährigen zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. 2007 folgte eine weitere Verurteilung zu jetzt fünfzehn Jahren Haft wegen eines 15jährigen Mädchens, das er ebenfalls sexuell missbraucht hatte. Kamm verteidigte sich mit der Behauptung, die Gottesmutter habe ihn beauftragt, „12 Königinnen und 72 Prinzessinnen“ um sich zu sammeln, um als „neuer Abraham“ nach der Apokalypse ein neues auserwähltes Volk zu zeugen.

 

Schon 1991 hatte er sich die damals 19jährige Bettina Lammermann zur Zweitfrau genommen, weil ihm die Gottesmutter offenbart hatte, seine Frau Anna würde „bald in den Himmel kommen“. Statt zu sterben ließ Anna Kamm sich daraufhin allerdings scheiden. Erst als er mit ihr bereits zwei Kinder gezeugt hatte, erfuhr Zweitfrau Bettina, dass der Seher eine dritte „mystische Ehe“ mit dem polnischen Teenager Bozena Golebiowska führte.

 

Doch auch Kamms Absurditäten haben ihren Vorläufer. So gestand er offen, seine „Berufung“ in Bayside/Long Island empfangen zu haben, das seit 1970 Schauplatz weiterer falscher Marienerscheinungen wurde. Dort (und später auf dem Gelände des Vatikan-Pavillons im Park der Weltausstellung von Flushing Meadows/New York) behauptete die Hausfrau Veronika Lueken, bis zu ihrem Tod 1995 regelmäßig mit der Gottesmutter gesprochen zu haben. Ihre umfangreichen Botschaften wurden von einem aktiven Anhängerkreis in aller Welt verbreitet. Lueken behauptete nicht nur, dass das Ende der Welt durch einen Kometen unmittelbar bevorstünde, sie erklärte auch in den frühen 1970ern, eine Verschwörung im Vatikan habe Papst Paul VI. gestürzt und durch einen Doppelgänger ersetzt. Am 4. November 1986 distanzierte sich das Bistum Brooklyn offiziell von der „Seherin“ und ihren Anhängern.

 

Nun könnte man Kamms Sympathie für die „Warnung“ als irrelevant für den Wahrheitsgehalt ihres Inhalts werten, wenn nicht noch etwas den australischen Gegenpapst mit der irischen „Seherin“ verbinden würde. Nämlich ihr engster Vertrauter, der umtriebige Ex-Zahnarzt, Geschäftsmann und begeisterte Radfahrer Breffni Cully. Cully hält nicht nur unter dem Pseudonym „Joseph Gabriel“ in den USA Seminare über die „Warnung“, er ist auch – zunächst zusammen mit Marys Tochter Sarah Carberry – Mitinhaber des Verlages „Trumpet Publishing Limited“, in dessen Tochterunternehmen „Coma Books“ sämtliche Original- und fremdsprachlichen Ausgaben des mittlerweile dreibändigen „Buches der Warnung“ sowie das dazugehörige „Kreuzzugs-Gebetbuch“ erschienen. Genauer gesagt: Laut dem „Irish Business Report“ wurde der das Unternehmen Coma Books am 25.2.2013 registriert, sein alleiniger Eigner ist die Trumpet Publishing Limited, Block 4 Harcourt Center, Harcourt Street, Dublin. Diese wurde am 6. Juni 2012 mit einem Aktienkapital von einer Million Euro von Cully und Carberry aus der Taufe gehoben. Am 14. Januar 2013 zog sich Sarah Carberry als Direktorin aus der Firma zurück und machte Platz für den Deutschen Martin Roth aus Köln, der die deutschsprachige Website zur „Warnung“ betreibt und hierzulande die Bücher vertreibt.

 

Trotz seiner vielfältigen Kontakte hat Cully nur zwei „Freunde“ auf seiner Google+-Seite, nämlich seinen Vermögensverwalter und eine gewisse Christine Lammermann aus Nowra in Australien. Sie ist die Schwiegermutter des “Little Pebble“ William Kamm, lebt noch immer im Hauptquartier der Sekte und vertreibt erfolgreich über das Internet Natur- und Gesundheitsprodukte. Auf „Facebook“ gehört sie nicht nur dem harten Kern der „Warnungs“-Promoter, den „Warriors of God“ an, sondern zählt auch den „JTM Adm“ (Jesus to Mankind-Administrator) zu ihren Freunden, der die zahlreichen „Warnungs“-Gruppen auf Facebook koordiniert. Auf ihrer Twitter-Seite verlinkt sie regelmäßig, zeitgleich mit ihrem offiziellen Erscheinen, die neuesten „Botschaften“ von Maria Divine Mercy. Der amerikanische „Midwaystreet“-Blog, der neben den Recherchen des irischen katholischen Theologen Ronald Conte jr. maßgeblich zur Aufdeckung der Identität von „Maria Divine Mercy“ beitrug, vermutet in ihr sogar die „Ghostwriterin“ der oder zumindest einiger „Warnungs“-Botschaften. Eines der Kreuzzugsgebete soll sie mit den Worten „Ich hoffe, Ihnen gefällt, was ich geschrieben habe“ kommentiert haben. Zweifellos aber bediente sich Mary McGovern des weltweiten Netzwerkes der „Little Pebble“-Jünger, um ihre eigenen Botschaften schnell und effizient zu verbreiten. So zitierte sie auf ihrer website einen „Fr. Marie-Paul“ als ersten „Priester und Theologen“, der die „Warnungs“- Botschaften für echt befand. Nur dass der Mann weder ein katholischer Priester noch ein Theologe ist, sondern ein Mitglied der Kamm-Sekte. Später sprang ein „Bischof Malcolm Broussard“ für die irische Seherin in die Bresche, erklärte auf „Facebook“ : „Diese Botschaft der Gottesmutter ist sehr erbaulich und berührt mich tief. Möge Jesus alle segnen, die diese Botschaft lesen und sie inspirieren, Maria zu lieben und ihr helfen, Seelen zu ihrem göttlichen Sohn Jesus zu führen.“ Der Mann ist ein ehemaliger Priester der Diözese Houston-Galveston/Texas, der wegen moralischer Verfehlungen 1989 in den Laienstand zurückversetzt wurde. Damals schloss er sich der Kamm-Sekte an und wurde offiziell zum „geistlichen Führer“ des Sehers. Als er sich 2003 in München von einem exkommunizierten, schismatischen Vagantenbischof zum Bischof weihen ließ, war seine „ipse facto“ -Exkommunikation die kirchenrechtliche Konsequenz. Offensichtlich hält jetzt auch er „Maria Divine Mercy“ für die legitime Nachfolgerin des nach wie vor inhaftierten „Little Pebble“.

 

FALSCHE PROPHEZEIUNGEN

 

Dass es sich bei der „Warnung“ um falsche Prophetie handelt, wird offensichtlich, wenn man sie näher studiert. Das gilt insbesondere für die brisanteste der fast tausend Botschaften, die von ihren Anhängern gerne zitiert wird, weil sie doch so offensichtlich wahr geworden scheint. Schließlich verkündete die „Gottesmutter“ am 11. Februar 2012 um 11.30: „Mein armer Heiliger Stellvertreter, Papst Benedikt XVI., wird vom Heiligen Stuhl in Rom vertrieben werden“. Exakt ein Jahr später, am 11. Februar 2013, kündigte der Papst in Rom seinen Amtsverzicht an.

 

Weniger überraschend erscheint der vermeintliche „Treffer“ allerdings, wenn man sich die Mühe macht, alle auf fast 2000 Seiten publizierten Botschaften durchzuarbeiten. Denn zwischen dem 26. November 2010 und dem 11.Februar 2013 sprach die „Seherin“ in 32 Botschaften von der angeblichen Verschwörung gegen den Nachfolger Petri, was das „übereinstimmende Datum“ eher als Zufallstreffer erscheinen lässt. Doch ist die Botschaft vom 11. Februar 2012 tatsächlich eingetroffen? Natürlich nicht. „Am 17. März 2011 wurde – in aller Stille – ein Plan, Meinen Heiligen Stellvertreter zu vernichten, ausgearbeitet, und dieser wird verwirklicht worden, den es ist vorausgesagt worden”, behauptete die “Seherin” weiter. Wer Benedikt XVI. in den letzten Monaten seines Pontifikats hautnah erlebt hat, der erkennt einen ganz anderen Grund für seinen Amtsverzicht. Nämlich die zunehmende körperliche Schwäche eines 86jährigen, der einfach einsah, dass seine schwindende Kraft nicht mehr den Anforderungen des Petrusamtes standhielt. Sein Rücktritt überraschte selbst die Kardinäle der römischen Kurie, versetzte den Vatikan für Tage in einen Schockzustand und wurde von vielen Tränen begleitet. Statt aus Rom „vertrieben“ zu werden, bestieg Benedikt XVI. nach seinem bewegenden Abschied einen Helikopter, um zum Papstpalast in Castelgandolfo geflogen zu werden. Von dort kehrte er zwei Monate später in den Kirchenstaat zurück – und bewohnt seitdem das Kloster Mater Ecclesiae in den vatikanischen Gärten. Dort empfängt er regelmäßig Gäste, oft auch seinen Nachfolger Franziskus, der ihn gerne um Rat fragt. Dabei hieß es doch in der Botschaft vom 20. März 2012, dass Benedikt XVI. „in Gefahr schwebt, aus Rom verbannt zu werden“. Am 16. Juli 2012 meinte die Seherin sogar, er würde „sehr bald gezwungen werden, aus dem Vatikan zu fliehen.“ Schon am 26. November 2010 war davon die Rede, dass die Kardinäle „seinen Sturz planen“. Noch am 26. Mai 2012 hieß es, er würde „fliehen müssen, denn er wird keine andere Wahl haben.“ Eben genau das war nicht der Fall.

 

Auch die Folgen seines Rücktritts wurden falsch vorausgesagt. Die Verschwörer, also Männer der Kurie, die der Sekte der Freimaurer angehörten, würden den apokalyptischen „falschen Propheten“ zum Gegenpapst ausrufen. Tatsächlich wurde Papst Franziskus von einem legitimen Konklave gewählt. Benedikt XVI. schwor seinem Nachfolger schon im Vorfeld die Treue. Die Wahl des Argentiniers war für alle Insider eine Überraschung; die Kardinäle wählten ihn wohl gerade, weil er bislang keine engeren Kontakte zur Kurie hatte, von den Intrigen und Flügelkämpfen, die während der Vatileaks-Affäre bekannt geworden waren, unberührt geblieben war. Doch noch vor Beginn des Konklaves, am 8.3.13, ließ „Maria Divine Mercy“ verkünden: „Er hat seine Position sorgfältig manipuliert, und bald wird man sein pompöses Auftreten inmitten seines herrlichen Hofes sehen. Sein Stolz, seine Arroganz und seine Selbstbesessenheit werden anfangs sorgfältig vor der Welt versteckt werden. Nach außen hin wird ein Seufzer der Erleichterung zu hören sein, wenn die Trompeten erschallen, um seine Amtszeit als Haupt Meiner Kirche zu verkünden.“ Nichts beschreibt das demütige erste Auftreten des Papstes, mit dem er die Herzen der Welt gewann, schlechter als diese Zeilen. Und auch die nächste Prophezeiung über seine erste Amtshandlung war falsch: „Er wird sich bemühen, jene treuen Anhänger Meines geliebten Heiligen Stellvertreters Papst Benedikt XVI., die von Mir bestellt worden sind, zu entlassen.“ Mit Ausnahme des 78jährigen Kardinalstaatssekretärs Tarcisio Bertone, der in den Ruhestand entlassen wurde, blieben alle Männer Benedikts XVI. im Amt. Der falsche Prophet, so prophezeite die „Seherin“, würde bald nach seinem Amtsantritt eine Einheitsreligion propagieren, ihr in Rom einen pompösen neuen Tempel errichten. Tabernakel und Monstranzen würden aus den Kirchen verschwinden, die Eucharistie zur „Gedenkfeier“ degradiert, die Eucharistische Anbetung verboten, schließlich ein neues Kruzifix eingeführt, das „auf diskrete Weise den Kopf des Tieres“, also des Satans, zeigt. Dass all dies ausblieb, trieb die Anhänger der „Warnung“ bereits in die Verzweiflung. Als Papst Franziskus tatsächlich am Allerheiligentag eine neue Ferula benutzte, die den Auferstandenen vor dem Kreuz zeigte, versuchten sie krampfhaft, in der Brustmuskulatur Jesu eine Teufelsfratze zu erkennen - die peinliche Bankrotterklärung einer Sekte.

Noch drei Tage nach Bergoglios Wahl zum Papst, am 16.3.2013, hatte die „Prophetin“ verkündet: „Der Zeitplan für die Ankunft des falschen Propheten wird sich decken mit der Erklärung von Kriegen überall auf der Welt. Diese Kriege werden augenblicklich ausgelöst werden, und die Menschen werden sich in Angst ducken…“ Doch auch davon blieb die Welt in den folgenden acht Monaten verschont. Der drohende Kriegsausbruch in Syrien konnte verhindert werden, nicht zuletzt durch das weltweite Friedensgebet und Fasten, zu dem der Papst für den 7. September 2013 aufgerufen hatte. Die bewegende Zeremonie auf dem Petersplatz bestand übrigens ausschließlich aus gut katholischen Andachtsformen – einer feierlichen Eucharistischen Anbetung und dem Rosenkranz.

 

So blieb auch „Maria Divine Mercy“ nichts anderes übrig, als sich in ihren Durchhalteparolen auf Äußerlichkeiten zu konzentrieren. Wie etwa in dieser „Botschaft“ vom 29. März 2013: „Ihr müsst durchhalten und Mir treu bleiben, und ihr müsst Mich um Führung bitten zu einer Zeit, wo der Mann, der auf dem Stuhl Petri sitzt und der sich weigert, in seine Fußstapfen zu treten oder seine Schuhe zu tragen, eure Treue zu Gott zerstören will.“

 

Rote Slipper als „Schuhe Petri“? Welch ein köstlicher Unsinn! Denn natürlich trug der Apostelfürst, wie alle Menschen seiner Zeit, braune, lederne Sandalen. Purpurne Stiefel waren damals allein dem römischen Kaiser vorbehalten. Erst als die Päpste die Herren in Rom wurden, übernahmen sie auch dieses kaiserliche Privileg, ohne daraus eine Verpflichtung zu machen; bis ins 18. Jahrhundert trugen die meisten Nachfolger Petri weiße Seidenslipper, Darstellungen aus dem Mittelalter zeigen sie auch mit braunen oder schwarzen Schuhen. Dass Franziskus mit der Tradition seiner unmittelbaren Vorgänger brach, hat freilich zwei Gründe. Zunächst einmal ist er ein Ordensmann und zu einem Jesuiten passen keine roten Schuhe. Als Südamerikaner schließlich lehnt er monarchische Symbole ab, auch wenn diese längst theologisch umgedeutet wurden. Selbst der Papsttitel, den Franziskus selten benutzt, ist nicht petrinisch; er wurde zunächst im 3. Jahrhundert für den Patriarchen von Alexandrien auf dem Stuhl des hl. Markus verwendet, bürgerte sich erst im 4. Jahrhundert in Rom ein und ist nichts anderes als die liebevolle Anrede eines Vaters („Papa“). Insofern setzt Bergoglio nur die Entmythologisierung des Papstamtes fort, die von seinen Vorgängern mit dem Verzicht auf die Tiara (Paul VI.), die Papstsänfte (Johannes Paul II.) und die Tiara im Wappen (Benedikt XVI.) sowie der Option auf den Amtsverzicht (ebenfalls Benedikt XVI.) begonnen wurde. Ein Papst mit einem modernen Amtsverständnis ist auch er, doch das stellt seine Treue zu Gott gewiss nicht infrage.

 

Doch auch an anderer Stelle zeugen die Botschaften von einer erschreckenden Unkenntnis über das Neue Testament. So soll „Jesus“ am 1. September 2013 erklärt haben: „Ich wusste ab dem Alter von zwölf Jahren, was Meine Mission war, und Ich begann langsam, ohne zu viel zu offenbaren, bevor die Zeit reif war. Ich wusste, dass Ich die Welt auf das Kommen des Messias noch vorbereiten musste. Ich wusste auch, innerhalb kurzer Zeit, dass die Kirche Meines Vaters auf Erden Mich ablehnen würde und sagen würde, dass Ich ein Betrüger sei.“ Die Kirche dagegen lehrt, dass Jesus, dessen göttliche Natur untrennbar mit der menschlichen verbunden war, zu jedem Zeitpunkt im Bewußtsein seiner Mission lebte. Als er geboren wurde, erwartete die halbe Welt den Messias. Für die Juden war der Bau des herodianischen Tempels das erwartete Zeichen. Selbst im heidnischen Rom nutzte Kaiser Augustus die sybillinische Prophezeiung von einem kommenden Friedensherrscher für seine Propaganda. Sein Hofdichter Vergil erklärte ihn zum „Sohn Gottes und Bringer der Goldenen Endzeit“. In einer Inschrift im kleinasiatischen Priene ließ er sich als „Soter“ (Erlöser) und Bringer der „Evangelien“ (Frohbotschaften!) bezeichnen. Die „Kirche Seines Vaters“ aber hat Jesus gewiss nicht abgelehnt, denn der Geburtstag der Kirche ist das Pfingstfest; hier hätte es „Tempelhierarchie“ heißen müssen. „Jesus“ weiter zu seiner „Seherin“: „Ich wählte zwölf einfache Männer, ungebildet und unkundig der Heiligen Schrift, arme Fischer.“ Tatsächlich waren aber nur vier der Zwölf mit Sicherheit Fischer (nämlich Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes); die anderen Apostel wahrscheinlich Bauern, Handwerker und Zöllner. „Unkundig in der Schrift“ dürfte keiner von ihnen gewesen sein, denn sie waren alle Juden. Schon als Jungen lernten sie in der Synagogenschule, die Tora und die Schriften der Propheten zu lesen und zu verstehen.

 

DROHBOTSCHAFT STATT FROHBOTSCHAFT

 

Doch eine reflektierte Auseinandersetzung mit diesen Botschaften ist in den Kreisen der „Warnungs-Jünger“ unerwünscht. Hier wird blinder Glaube verlangt. Schließlich konstatierte doch Jesus selbst, zumindest laut „Maria Divine Mercy“, am 23. Februar 2013: „Ich führe Meine Tochter Maria. Sie ist als die Endzeitprophetin auserwählt worden. Ich spreche durch sie. Ihre Stimme ist die Meine. Ihr Leid und ihr Schmerz sind der Meine. Ihre Liebe für andere ist Meine Liebe. Ihre Freude kommt aus Meinem Heiligsten Herzen. Ihre Hand wird von der Meinen geführt. Ihr Verständnis in Hinsicht darauf, wie Ich möchte, dass Mein Wort gehört wird, kommt von Mir.“

 

Denen, die Zweifel anmelden, wird mit der ewigen Verdammnis gedroht: „Für diejenigen, die die Botschaften ignorieren, die diese der Menschheit bringen: Es wird bei euch Heulen und Zähneknirschen geben. Wenn ihr Mein heiliges Wort, das einem wahren Propheten gegeben wird, attackiert, dann stört ihr den Willen Gottes. Ihr mögt jetzt vielleicht keine Scham empfinden. Ihr mögt vielleicht glauben, dass ihr Mein Wort verteidigt, wenn ihr Meine Propheten angreift, aber mit der Zeit wird euch der Schaden, den ihr dieser Meiner letzten Mission auf Erden zufügt, nachdem sie euch offenbart worden ist, furchtbare Angst und Schmerzen bringen… Euer Jesus“ (am 6. März 2013).

 

Dieser totalitäre Anspruch, diese völlige Ablehnung jeder kritischen Reflektion im Licht von Glauben und Vernunft, entlarvt die Drohbotschaften der „Maria Divine Mercy“ freilich als falsche Prophetie. Sie verbreiten keine Hoffnung und keine Liebe, sondern erzeugen Angst in den Herzen gläubiger Christen, die vor die beklemmende, schmerzhafte Alternative gezwungen werden, dem Jesus der Botschaften zu gehorchen oder der Kirche, seiner angeblichen Prophetin oder dem Papst. Sie arbeiten mit einer perfiden Psychologie, indem sie durch Halbwahrheiten und fromme Gemeinplätze Vertrauen gewinnen und gleichzeitig abgrundtiefes Misstrauen sähen. Sie versprechen ihren Anhängern nicht weniger als das ewige Heil in einer Zeit der Apostasie, verlangen dafür aber den Preis des Schismas. Nicht zufällig prophezeite „Maria Divine Mercy“ eine Spaltung der Kirche, weil sie selbst Abspaltungen verursachen könnte. Schon heute ist die „Warnungs“-Website im Internet eine nicht zu unterschätzende Größe; allein ihre deutsche Version, „dasbuchderwarnung.de“, zählte seit 2011 über 5 Millionen Zugriffe. Dazu trägt raffiniertes Marketing in den sozialen Medien bei, etwa das massenhafte Posten von „Warnungs“-Botschaften in katholischen „Facebook“-Gruppen.

 

Kein Wunder also, dass Vertreter der Kirche bereits vor dieser neuen Sekte warnten. Längst haben Bischöfe wie Bischof Ronald-Peter Fabbro von der Diözese London/Ontario, Bischof Richard Mallone aus Bufalo/USA, der Erzbischof von Brisbane/Australien, Mark Coleridge, Weihbischof Andreas Laun aus Salzburg und Bischof Stefan Secka aus Spis - letzterer im Auftrag der Slowakischen Bischofskonferenz - die Botschaften als „häretisch“ und „schismatisch“ verurteilt. Der Theologe Ronald Conte jr. wies bereits darauf hin, dass sich die Warnungsgläubigen nach Canon 1364, § 1 des CIC durch ihre Ablehnung des Papstes „latae sententiae“ selbst exkommunizierten. Doch auch das änderte bislang nichts am Missionseifer der Jünger „Maria Divine Mercys“, die immer wieder versuchen, Gebetsstätten und Wallfahrtsorte zu infiltrieren, um neue Gläubige für ihre Sache zu gewinnen. Besonders in traditionalistischen Kreisen, dort, wo man besonders verunsichert auf den pastoralen Stil des neuen Papstes reagiert, finden sie fruchtbaren Boden. Im Internet diskutieren derweil die Warnungs-Jünger, wie sie am besten Vorräte anlegen für die bevorstehenden Katastrophen.

 

VON DEN EIGENEN BOTSCHAFTEN UNBERÜHRT?

 

Doch wer die Aktivitäten der „erwählten Prophetin“, Mary McGovern-Carberry, verfolgt, ist verwundert, nur „business as usual“ vorzufinden. Ihr Sohn, der Webdesigner David Carberry, ist seit März 2013 für Gaming VC tätig, eine Firma, die „verschiedene Online-Spielseiten betreibt“. Tochter Sarah leitet jetzt die „Future Media Communications“, eine Unterabteilung der Firma ihrer Mutter, die Online-Videos, Online-Promotions, Webdesign und Smartphone-Apps entwickelt. In diesem Jahr begann sie eine Weiterbildung am „Digital Marketing Institute“ im Bereich Multimedia. Auch Mary McGovern selbst ist nach wie vor in der PR-Branche tätig. Am 24. Juli 2011 gab sie bekannt, dass sich ihre Firma jetzt auf „Marketing in sozialen Medien“ konzentrieren würde, ein Sektor, der, wie sie glaubte, „bald 40 % des Marketingbudgets im Konsumgüter-Sektor“ ausmachen würde. In einer Pressemitteilung vom 21. September 2013 bezeichnete sie sich als „dot.com-Unternehmerin“ und rühmte sich, „zu den ersten Nutzern des Internets“ gehört zu haben.

 

Auch ihr Twitter-Account „McGovern PR“ lässt nicht darauf schließen, dass das Ende naht. Der letzte Eintrag stammt vom 11. Juli 2012 und handelt von der Haarpflege: „Verlängern sie das Leben ihrer Haarverlängerungen“. So bleibt ein schaler Beigeschmack auch angesichts der Laufzeiten ihrer Internet-Domäne. „TheWarningSecondComing“ hat sie nicht nur in sechs Variationen (.com, .net, .org, .info, .biz und .us) registriert, sondern auch bis zum 25. Februar 2022. Glaubt sie etwa selbst nicht an das baldige Eintreffen ihrer Prophezeiungen? Dann wäre die „Warnung“ vielleicht doch nur das diabolische PR-Experiment eines irischen Marketing-Genies, das bei Sektierern und falschen Propheten in die Lehre ging. Doch ihre Gefährlichkeit ist auch dann nicht zu unterschätzen.

 

Michael Hesemann ist Historiker, Autor vieler Bücher und kirchenhistorischer Fachjournalist

 

Die "angebliche Seherin"
Die "angebliche Seherin"

23 November 2013, 11:00
Neues zur ‚Warnung’: die ‚Australian Connection’

Der Blog ‚midwaystreet’ hat weitere Hintergrundinformationen zur Warnung veröffentlicht. Es gibt eine Verbindung zu einer australischen Sekte, deren Anführer wegen Vergewaltigung im Gefängnis sitzt.

Dublin (kath.net/jg)
Auf dem Blog „midwaystreet“ sind in den letzten Tagen weitere Informationen über die Hintergründe der Botschaften der „Warnung“ veröffentlicht worden. Bei der angeblichen „Seherin“ der „Warnung“ handelt es sich um die irische PR-Unternehmerin Mary Carberry, die auch unter ihrem Mädchennamen Mary McGovern auftritt. Kath.net hat berichtet.

Die Botschaften der „Warnung“ wurden bald von einem P. Marie-Paul unterstützt. Dieser bezeichnete sich als katholischer Priester. Er versuchte, mit theologischen Argumenten die Echtheit der Botschaften zu zeigen und verbreitete diese auf verschiedenen Internetseiten weiter. Allerdings brachte er die „Warnung“ mit anderen, bereits verurteilten Sehern in Verbindung. Darunter waren die 1995 verstorbene Veronica Lueken aus Bayside (USA) und William Kamm in Cambewarra (Australien).

Bei Recherchen von misstrauisch gewordenen Facebook-Nutzern stellte sich schließlich heraus, dass P. Marie-Paul kein gültig geweihter katholischer Priester war, sondern selbst der Sekte von William Kamm angehörte. Der Administrator der Facebook Seite der „Warnung“ suchte schließlich Rat bei der „Seherin“ selbst. „Maria von der göttlichen Barmherzigkeit“ behauptete, persönlich mit Jesus über P. Marie Paul gesprochen zu haben. Dieser habe die Beiträge des (falschen Anm.) Priesters wörtlich als „wichtig“ bezeichnet.

Von William Kamm gibt es tatsächlich einen direkten Bezug zu Mary Carberry und der „Warnung“. An dieser Stelle kommt Breffni Cully wieder ins Spiel, der gemeinsam mit Mary Carberrys Tochter Sarah den Verlag Trumpet Publishing Ltd. gegründet hat. „midwaystreet“ hat recherchiert, dass Trumpet Publishing mittlerweile die Rechte am Firmennamen „Coma Books“ erworben hat. Bei „Coma Books“ sind die Botschaften und Gebete der „Warnung“ in Buchform erhältlich – vermutlich mit einer hohen Gewinnspanne für den Verlag. Die Bücher werden in Polen gedruckt und vom Verlag ohne Zwischenhändler an die Besteller versandt. Die drei Bände mit den Botschaften kosten je € 15,99, das Buch „Der Kreuzzug des Gebets“ kostet € 7,99.

Cully hat unter dem Namen „Joseph Gabriel“ Seminare über die „Warnung“ in Kanada, den USA und Australien gehalten. Auf seiner elektronischen Visitenkarte gibt er „TheWarningSecondComing“ als sein Unternehmen an. Das ist der Name der Internetseite der „Maria von der göttlichen Barmherzigkeit“. Cully ist ein pensionierter Zahnarzt, der an mehreren Unternehmen beteiligt ist und in Immobilien investiert. Trotz seiner zahlreichen Kontakte hat er auf der Netzwerkseite Google+ nur zwei Freunde: seinen Verwalter und eine Frau namens Christine Lammermann.

Christine Lammermann ist das Verbindungsglied zwischen der „Warnung“ und William Kamm. Ihre Tochter Bettina hatte im Jahr 1991 den angeblichen „Seher“ in Deutschland geheiratet. Mutter und Tochter folgten Kamm im selben Jahr nach Australien, um in dessen Gemeinschaft zu leben, wie sie in einem Interview mit dem Illawara Mercury berichtete. Kamm ist 1950 in Köln geboren und kam vier Jahre später mit seinen Eltern nach Australien. 1985 (nach anderen Angaben 1984) gründete er den „Orden des hl. Charbel“ und bemühte sich um dessen Anerkennung durch die Kirche. Kath.net hat über das Verbot der Gruppe durch die katholische Kirche berichtet.

1991 hatte Kamm behauptet, Gott habe ihm gestattet, 12 Königinnen und 72 Prinzessinnen zu haben. Mit diesen Frauen sollte er den Kern einer neuen Menschheit zeugen, die nach dem bald erwarteten Weltuntergang die Erde bevölkern sollte. Bettina war eine der „Königinnen“, bis sie ihn und die Sekte 2006 verließ. Im Jahr 2002 wurde Kamm wegen Vergewaltigung zweier minderjähriger Mädchen verhaftet und 2005 und 2007 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Bis 2015 sitzt er im Gefängnis.

Auf seiner Internetseite hat Kamm die Botschaften der „Warnung“ veröffentlicht und beworben. Über eigene „Erscheinungen“, die er angeblich seit 1983 hatte, wurde nichts mehr berichtet, seit die „Visionen“ der „Maria von der göttlichen Barmherzigkeit“ begannen. Inhaltlich gibt es bemerkenswerte Parallelen zur „Warnung“: Baut eure eigenen Nahrungsmittel an, das Geld wird nichts mehr wert sein, kauft Gold und Silber, das Ende ist nahe. Kamm behauptet weiters, Gott habe ihm prophezeit er werde einst der letzte Papst sein.

Trotz des Schicksals ihrer Tochter gehörte Christine Lammermann der Sekte Kamms weiter an. Bis vor kurzem gab sie die Adresse der Gemeinschaft als Anschrift ihrer Internet-Marketing Firma an. Auf Lammermanns Internetseite erscheinen seit November 2011 die Botschaften der „Warnung“, allerdings ohne auf die Quelle Bezug zu nehmen. In einem E-Mail scheint sie sogar die Urheberschaft für eines der Gebete zu übernehmen. „Ich hoffe dass dir gefällt, was ich geschrieben habe“, heißt es wörtlich mit Bezug auf Gebet Nr. 125. Stammen die Botschaften von Mary Carberry? Oder verbergen sich hinter der „Maria von der göttlichen Barmherzigkeit“ noch weitere „Seher“?

Irland scheint überhaupt ein fruchtbarer Boden für „Seher“ zu sein. Neben Joe Coleman, zu dessen Anhängern auch Mary Carberry gehört hat, gibt es einen Denis O’Leary, der behauptet, seit 1988 Erscheinungen zu haben. Er hat Gebetskreise ins Leben gerufen, die stark an die Kreuzzugs-Gebetsgruppen der „Warnung“ erinnern. Eine andere „Seherin“ war Christina Gallagher. Laut einem Artikel der Zeitung Daily Mail schaffte es die als „unauffällige Hausfrau“ beschriebene Mutter zweier Kinder, innerhalb einer zwanzigjährigen „Karriere“ zu beachtlichem Wohlstand zu gelangen. Die Irish Sunday World berichtete 2007, dass Gallagher in einem US$ 5,4 Millionen teuren Haus in Malahide nördlich von Dublin wohnt. In der selben Gemeinde wohnt auch Mary Carberry.


14 November 2013, 17:30
Identität der 'Seherin' der 'Warnung' enthüllt

Sie selbst bezeichnet sich als ‚Maria von der göttlichen Barmherzigkeit’. In Wirklichkeit dürfte es sich um die irische PR-Unternehmerin Mary Carberry handeln.

Dublin (kath.net/jg)
Die Identität der angeblichen Seherin der „Warnung“ dürfte offenbar gelüftet sein. In den Prophezeiungen bezeichnet sie sich selbst als „Maria von der göttlichen Barmherzigkeit“. Einem Bericht des Blogs „midwaystreet“ zufolge handelt es sich um die 58-jährige PR-Unternehmerin Mary Carberry (Foto) aus Dublin. Sie tritt auch unter ihrem Mädchennamen Mary McGovern auf.

Carberry tauchte im Jahr 2009 im Umkreis des ebenfalls umstrittenen Sehers Joe Coleman auf. Sie half im bei der Verbreitung seiner Botschaften im Rundfunk und in den Printmedien und betrieb seine Internetseite. Im November 2010 wurden die ersten „Botschaften“ der „Warnung“ veröffentlicht, die Parallelen mit den Visionen Colemans aufwiesen. Beispielsweise wird von beiden „Sehern“ das Eintreten einer „großen Drangsal“ prophezeit.

Zum selben Zeitpunkt (November 2010) brach Carberry alle Kontakte zu Coleman ab. Im Juni 2013 bestätigte Coleman auf Anfrage per E-Mail, dass es sich bei „Maria von der göttlichen Barmherzigkeit“ um Mary Carberry handelt. Vor wenigen Tagen tauchte ein Brief offenbar aus dem Umkreis der Familie Carberry auf, der dies bestätigte. Aufgrund vieler persönlicher Details könne der Brief als authentisch angesehen werden, heißt es auf „midwaystreet“. In dem Brief wird bestätigt, das Carberry vor ihrer Begegnung mit Coleman keine Visionen hatte. „Joe Colemans Begabung hat sich auf Mary Carberry übertragen und sie begann ebenfalls Visionen zu haben“, heißt es dort wörtlich.

Laut „midwaystreet“ konnte die Identität der Seherin mit Mary Carberry anhand der Publikationen der „Warnung“ bestätigt werden. Die angeblichen Visionen der „Maria von der göttlichen Barmherzigkeit“ werden von Coma-Books in der irischen Hauptstadt Dublin in Buchform herausgebracht. Dieser Verlag residiert an der gleichen Adresse wie die Trumpet Publishing Ltd. Carberrys Tochter Sarah war bei der Gründung Mehrheitsgesellschafterin von Trumpet Publishing. Als zweiter Gesellschafter scheint ein gewisser Breffni Cully auf. Anhand verschiedener Fotos konnte gezeigt werden, dass Cully mit einem „Joseph Gabriel“ identisch ist, der bei Seminaren zur „Warnung“ im Sommer und Herbst 2013 in den USA aufgetreten ist.

Mittlerweile ist Sarah Carberry, die auch Geschäftsführerin eines anderen Unternehmens ihrer Mutter ist, bei Trumpet Publishing ausgeschieden. Ihr Nachfolger in der Gesellschaft ist Heinrich Martin Roth aus Köln. Roth betreibt die deutschsprachige Seite der „Warnung“, die jetzt unter dem Titel „Das Buch der Wahrheit“ zu finden ist. Roth scheint auch als Verleger der deutschen Buchausgabe der Prophezeiungen auf.

Die Kontaktadresse der englischen Seite der „Warnung“ ist dieselbe wie die von Coma-Books und Trumpet-Publishing.

Der Blog „midwaystreet“ besteht derzeit nur aus dem Eintrag zu Mary Carberry. Der katholische Theologe Ronald Conte, der sich bereits kritisch mit den Visionen Joe Colemans und der „Warnung“ auseinandergesetzt hat, hält die Enthüllungen für glaubwürdig und hat den Eintrag von „midwaystreet“ auf seinem eigenen Blog veröffentlicht.

Bu bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.



09 August 2013, 09:40


"Hände, Geist und Herz" weg von der "Warnung"!

Ein neuer KLARTEXT von Bischof Andreas Laun zur "Warnung": Diese Botschaften sind nicht vom "Heiligen Geist". So spricht und widerspricht sich Gott nicht. Die "Warnung" ist nicht katholisch!

Linz (kath.net)
Nicht selten wurde ich in letzter Zeit von guten Leuten angesprochen und gedrängt, meine „Warnung vor der Warnung“ zurückzunehmen. Ein lieber Freund gab mir dazu einen Stoß Bücher, die ich lesen sollte, offenbar, um mich zu überzeugen. 

Jetzt erhielt ich zuletzt ein Email mit einer der letzten „Warnungen“ als Anhang. Gut, damit wird es leichter für mich zu wiederholen: „Hände, Geist und Herz“ weg von der Warnung! Wenigstens einige Gründe für die Warnung vor der Warnung: 
Die Warnung droht jedem, der die Warnung für falsch hält, mit der Hölle. Ich gebe Entwarnung, ich sehe nicht, warum der Zweifel an dieser Warnung unmoralisch sein sollte und nicht vielmehr ein Werk der gesunden Vernunft! 

Gott erwählte, heißt es einmal, die Demütigen dazu, „Seine Warnungen an die Menschen zu übermitteln“! Aber das Evangelium ist nicht eine „Warnung“, sondern eine Freudenbotschaft und nur indirekt auch eine Warnung. 

Die Botschaften der Warnung beanspruchen, die „einzigen ihrer Art“ zu sein, „die jemals durch einen Propheten an die Menschheit übermittelt wurden.“ Die große Botschaft an die Menschheit war das Kommen Jesu und die Gründung Seiner Kirche!

Es sei die „letzte Mission“ vor der Wiederkunft Christi! Die Warnung tut, als ob sie wüsste, dann die Stunde der Endzeit gekommen ist – obwohl Jesus klar dar Gegenteil gesagt hat!
Sich dem Heiligen Geist zu widersetzen ist eine Sünde! Richtig, aber die Frage ist ja, ob die Warnung wirklich vom „Heiligen Geist“ kommt. Antwort: Sicher nicht, „so“ spricht und widerspricht sich Gott nicht!

Die Kritik, dass die Botschaften nicht der Hl. Schrift entsprechen, wird verworfen – als ob die Kirche nicht die authentische Auslegerin der Hl. Schrift wäre! Alle Häretiker behaupten, die HL. Schrift besser zu verstehen als die Kirche!

Die Kirche wird im mir vorliegenden Text 2x identifiziert mit den Pharisäern und Schriftgelehrten der damaligen Zeit! Wiederum: ein Angriff auf die Kirche und ihre Auslegung!!!!
In der Botschaft vom 94.2013 heißt es, es gäbe heilige Priester, die gegen die Warnung arbeiten – aber sie werden bestraft werden wegen ihres „Stolzes“, der sie glauben lässt, mehr zu wissen als Jesus selbst! – So ein Unsinn, einmal mehr wird die Frage übersprungen, wer es ist, der hier spricht! Eben nicht Jesus, sondern eine selbsternannte „Prophetin“. 
Papst Franziskus wird einmal der „falsche Prophet“ genannt. Damit wäre auch Papst Benedikt angegriffen, weil er Papst Franziskus von Anfang an anerkennt ohne Vorbehalte!

Am 9.7. behauptet die Warnung, die Anerkennung der Kirche sie nicht wichtig… Wiederum wird die Kirche und wird ihre Aufgabe geleugnet!!! Besonders widersinnig, denn die Offenbarungen (Fatima u.a.) auf die sich die „Warnung“ dann und wann beruft, sind immer den demütigen Weg der Unterwerfung unter das Urteil der Kirche gegangen.

Besonders schlimm und falsch ist die Warnung vom 22. Juli, in der behauptet wird, ein Papst „muss“ bis zu seinem Tod Papst bleiben, Papst Franziskus wird die Zerstörung herbeiführen und sei ein Betrüger! Wer aber die große Liebe gesehen und gehört hat, die diese beiden Männer verbindet und sieht, dass es zwischen Papst Benedikt und Papst Franziskus auch in der Lehre nicht die kleinste Spaltung gibt, weiß, wie dumm, wie bösartig, wie falsch diese Behauptung ist! 

Ebenso falsch ist die Behauptung, das 3. Geheimnis von Fatima sei verfälscht worden – und das würde ja Papst Benedikt treffen, der damals verantwortlich war und darüber auch geschrieben hat! In Wirklichkeit hätte es vorausgesagt, dass in den Vatikan die Sekte Satans eingezogen sei! Wenn das wahr wäre, würde das bedeuten, dass Satan heute die tiefsten Wahrheiten der Offenbarung Jesu verkündet – wie Papst Franziskus es tut, man lese nur seine Ansprachen! Aber Jesus sagt (Lk 11,17-18): „Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stürzt ein. Wenn also der Satan mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben?“ Das würde auch hier gelten, was für ein innerer Widerspruch! 

Und, und, und! Genug Gründe, vor der Warnung zu warnen. Natürlich sind darin auch wahre Gedanken enthalten, aber eine schlechte Suppe wird nicht gut, wenn man zeigt, dass auch gute Zutaten enthalten sind. Sie bleibt ungenießbar! 

Ein wenig zusammenfassend kann man sagen: Die „Warnungen“ fällen viele moralische Urteile über alle, die ihnen nicht glauben, dabei missachten sie ständig den legitimen Anspruch der Vernunft! Nicht nur der Glaube verpflichtet uns, auch die Vernunft zu nützen ist ein Gebot Gottes! Die Warnungen verbinden ihren Anspruch mit der Höllen-Drohung, sie stellen die Autorität der Kirche offen oder implizit in Frage, ihre Grundtendenz ist es, den Menschen Angst einzujagen, nicht Zuversicht und Hoffnung! Das alles ist nicht katholisch!

Ich weiß, unter den Anhängern der „Warnung“ sind auch liebe Leute voll guten Willens. Aber Solche gibt es auch in der Freikirche, in den Sekten, eigentlich überall! Richtige und wahre Sätze in der Warnung beweisen nicht, dass sie nicht auch gefährlich wären und zwar deswegen, weil sie von der Kirche Jesu wegführen und die Seele in eine falsche Richtung lenken. Darum wiederhole ich meine „“Warnung vor der Warnung“. 


14 Mai 2013, 11:00


'Die Warnung' ist eine extrem gefährliche Falschprophetie

„Diese angebliche Prophetie“ von Maria Divine Mercy „ist in keiner Weise akzeptabel für einen glaubenstreuen Katholiken“. Von Prof. Mark Miravalle

Steubenville (kath.net) Im Folgenden werden die von der Glaubenskongregation des Vatikans im Nov. 1974 erstellten Normen zur Begutachtung von Privatoffenbarungen, auf die kolportierten Privatoffenbarungen der Frau, die sich als Maria Divine Mercy bezeichnet, vorläufig angewandt. 

Ich habe bis jetzt an einigen internationalen theologischen Untersuchungskommissionen für die entsprechenden kirchlichen Autoritäten mitgewirkt und folge hier also in kurzer und bündiger Form derselben Methode von Analyse und Gutachten, welche Standard für eine offizielle Untersuchung sind. Wir wollen in Kürze die kolportierten Botschaften und relevanten Handlungen von Maria Divine Mercy im Licht der grundlegenden Kriterien der Kirche auf ihre Echtheit hin untersuchen. 

Wie schon der namhafte französische Mariologe Rene Laurentin richtig geschlossen hat, können die Normen eines kirchlichen Gutachtens über eine berichtete Offenbarung in folgende drei Grundkritierien zusammengefasst werden: 

1. Ist die angebliche Botschaft in Übereinstimmung mit der offiziellen Lehre der Kirche über Glauben und Moral?

2. Passen die kolportierten Phänomene (Ekstase, Weise wie die Botschaft gegeben wird etc.) zusammen mit der mystischen Tradition der Kirche?

3. Bringt die behauptete Botschaft geistliche Früchte wie sie normalerweise eine authentische übernatürliche Botschaft begleiten, so wie es in den Worten Jesu in Mt 12,33 heißt “Der Baum wird an seinen Früchten erkannt“: Zahlreichere und stärkere Umkehr, geistlicher Friede, geistliche Freude, neuer oder erneuerter Glaube, Vertrauen, Liebe, größere Treue zur und Einheit mit der Kirche?

Leider enthalten die Botschaften von Maria Divine Mercy sowie die Handlungen der angeblichen Seherin viele schwere theologische, historische und faktische Irrtümer und zwar durchgehend in den über 650 angeblichen Botschaften. Es sind Irrtümer, die der doktrinären Lehre der katholischen Kirche, der mystischen Tradition in Bezug auf eine echte katholische Privatrevelation widersprechen. Es gibt auch Widersprüche in Bezug auf selbstgemachte Voraussagen und hinsichtlich der typischen geistlichen Früchte von Friede, Liebe und Freude, die mit einer wahren himmlischen Botschaft einhergehen. 

Hier im Folgenden nur einige Beispiele dieser weitreichenden und ernsten Fehler: 

1. Die Behauptung, dass Papst Benedikt XVI der letzte wahre Papst auf Erden war und der nächste Papst der „falsche Prophet“ sein wird: „ Mein geliebter Papst Benedikt XVI ist der letzte wahre Papst auf Erden...“ Der nächste Papst mag von Gliedern der katholischen Kirche gewählt sein, aber er wird der „falsche Prophet“ sein.(12.4.2012). 

Diese Botschaft widerspricht direkt der katholischen Lehre was die Rechtmäßigkeit eines gültig gewählten Papstes betrifft. Die Botschaft hält es für möglich, dass ein „Antipapst“ von einer gültigen Konklave kommen kann: das ist eine falsche oder häretische Position. 

Die angebliche Botschaft behauptet weiterhin, schlussfolgernd, dass Papst Franziskus tatsächlich der „falsche Prophet“ sei. All das ist eine abzulehnende Zurückweisung von katholischen Konzilien, Katechismen und kanonischem Recht über die Rechtmäßigkeit eines gültig gewählten Papstes und der rechten Antwort darauf, „dieser religiöse Gehorsam des Willens und des Verstandes ist in besonderer Weise dem authentischen Lehramt des Bischofs von Rom, auch wenn er nicht kraft höchster Lehrautorität spricht, zu leisten „(LG 25), welche jedes Glied der katholischen Gläubigen dem gegenwärtigen Heiligen Vater schuldet. 

Diese irrige Botschaft ist extrem gefährlich für jedes Mitglied der katholischen Kirche, denn es enthält die Gefahr, zu einem formalen “Schisma“ oder einer Trennung von der katholischen Kirche zu führen, welche „eine Verweigerung der Unterordnung unter den Papst oder der Gemeinschaft mit den diesem untergebenen Gliedern der Kirche“ (CIC Nr. 751) ist. Die Wahl des Schismas resultiert tragischerweise für jeden Katholiken in der Exkommunikation und der Unfähigkeit die Sakramente zu empfangen (siehe CIC 1364.1). 

Diese irrige Botschaft weist nicht nur das wahre Pontifikat von Papst Franziskus zurück, sondern es widerspricht auch dem rechten Respekt dem Pontifikat Benedikt XVI. gegenüber. Papst Benedikt gelobte nämlich am Tag seines freiwilligen Rücktritt (nicht nach einer gewaltsamen „Vertreibung“, wie es von der angeblichen Botschaft kolportiert wird), am 28.2.2013, seinen Gehorsam dem nächsten Papst gegenüber und Papst Benedikt XVI. gelobte Papst Franziskus gegenüber seinen Gehorsam ohne Rückhalt schon vor ihrem historischen gemeinsamen Treffen am 23.3.2013. 

2. Eine Form der Häresie, die Millenarismus genannt wird, ist an verschiedenen Stellen der angeblichen Botschaften sichtbar, die behaupten, dass es ein wörtlich zu nehmendes „tausendjähriges Reich“ von Jesus auf der Erde geben wird (Botschaft vom 9.4.2012), währenddessen es keinen Papst auf der Erde geben würde, sondern eine Art geistiges Papsttum, durch welches der heilige Petrus die Kirche vom Himmel aus führen würde, und das über eine Art „Paradies auf Erden“ (Siehe Botschaften 89, 124, 141; 88, 109, 111, 251, 258). 

Die katholische Kirche hat den Millenarismus mit Recht verworfen, ebenso das Konzept einer wörtlich zu nehmenden tausendjährigen Periode, während derer Jesus über ein irdische Paradies herrschen würde (KKK Nr. 676). 

Die Idee von tausend Jahren irdischer Existenz ohne sichtbaren Papst auf Erden, ist in der Praxis eine Verletzung des petrinischen Versprechens Jesu (Siehe Mt 16,15-20) und ist auch absolut unhaltbar auf Grund der Quellen der göttlichen Offenbarung. 

Diese angebliche Prophetie scheint eine extreme Deutung verschiedener Prophezeiungen über das Papsttum zu sein und ist in keiner Weise akzeptabel für einen glaubenstreuen Katholiken. 
3. Die Leugnung der Wichtigkeit einer kirchlichen Überprüfung der angeblichen Botschaften. Die angeblichen Botschaften weisen die Wichtigkeit der Untersuchung durch die Kirche und eines daraus folgenden Urteils über die Echtheit der angeblichen Botschaften zurück, indem behauptet wird, die kirchliche Anerkennung sei „nicht wichtig“. „Es ist nicht wichtig, ob die Kirche diese Botschaften für echt erklärt, denn die Zeit ist nicht auf ihrer Seite (Botschaft 9.7.2011). 

Diese Sichtweise kann nicht als vereinbar mit einer authentischen katholischen Privatoffenbarung betrachtet werden, die den wahren Seher immer anweist, seine/ihre Botschaften der rechten kirchlichen Autorität zu unterbreiten, selbst wenn der Himmel es gewusst hat, dass die Botschaften nicht gleich von der einschlägigen Autorität der Kirche bei der ersten Gelegenheit der Unterbreitung anerkannt würden (wie z.B.: in Guadeloupe mit dem heiligen Juan Diego oder in Lourdes mit der heiligen Bernadette). 

4. Die Weigerung der Seherin sich zu identifizieren und sich der kirchlichen Autorität vor Ort für eine entsprechende kirchliche theologische, psychologische und wissenschaftliche Begutachtung zu stellen, während sie auf der anderen Seite gleichzeitig die angeblichen Botschaften via Internet und Druckmedien verbreitet. 

Ähnlich aber unterschiedlich zur Kategorie oben, verweigert die Seherin, während sie die angeblichen Botschaften als wahre übernatürliche Botschaften vom Himmel verbreitet, sich der Autorität der Kirche vor Ort gegenüber im Gehorsam zu unterstellen hinsichtlich einer klaren Untersuchung über die Echtheit der Botschaften. 

Die Seherin operiert von der Region um Dublin in Irland aus und hätte ihre Botschaften und sich selbst der rechtmäßigen kirchlichen Prüfung durch die Erzdiözese von Dublin unterbreiten und sich stellen sollen. 

Die Weigerung der Seherin sich im Gehorsam der rechtmäßigen kirchlichen Autorität für eine rechte Überprüfung zu stellen schließt die Möglichkeit aus, das zweite Kriterium anzuwenden, nämlich die begleitenden Phänomene, die typischerweise eine echte übernatürliche Kommunikation auszeichnen zu überprüfen. Jesus ist das Licht der Welt und ruft seine Diener ans Licht. Sein Gegenspieler operiert vom Dunkel aus. 

5. Theologische Irrtümer, wie zum Beispiel zu behaupten, der Himmlische Vater käme im Namen Jesu. 

Es ist doch Jesus, der im Namen des Vaters kommt, oder der Vater in Seinem eigenen Namen. Diese Behauptungen führen zu einer Verwirrung und widersprechen der klassischen trinitarischen Formulierung. 

Noch dazu gibt es viele Beispiele, die die Verwirrung in den Botschaften verteidigen, z.B.: dass „Liebe verwirrend sei“ (Botschaft 45), auch das ist gegenläufig zum Charakter einer authentischen Prophezeiung. Jesus spricht mit tiefster Einfachheit und Klarheit. Satan stiftet Verwirrung. 

6. Datierte Voraussagen der „Warnung“, die sich nicht erfüllt haben, dass sie nämlich innerhalb weniger Monate nach dem 31.5.2011. geschehen würde. 

Die Botschaft vom 31.5.2011. ruft dazu auf sich auf, die Warnung (eine von Gott verursachte „Erleuchtung des Gewissens“, eine Voraussage, die es auch in anderen marianischen Botschaften gibt) vorzubereiten. Diese würde innerhalb weniger Monate vom 31.Mai 2011 an stattfinden: „Bereitet euch jetzt auf dieses Ereignis (die Warnung) vor, denn ihr habt nur einige wenige Monate übrig, eure Seelen vorzubereiten. 

Diese Voraussage fand nicht innerhalb weniger Monate statt, und auch nicht einmal ein Jahr nach der Voraussage (31.5.2011).

7. Abwesenheit der authentischen christlichen Früchte von geistlichem Frieden, von geistlicher Freude, Vertrauen und Liebe, stattdessen Manifestationen größerer Furcht, von Ängsten und vorherrschend von Negativität. 

Furchterregende Töne von Vergeltung, Zorn, Gerechtigkeit und Katastrophen sind die Hauptthemen, die den angeblichen Worten Gott Vaters und Jesu zugeordnet werden. Die angeblichen Botschaften sind voll des negativen und mahnenden Wortschwalls von Verdammnis und Gericht, in Worten und Ausdrücken, die die unendliche Barmherzigkeit und Liebe des Vaters und des Sohnes schwerwiegend entstellen. 

Z.B.: aus einer angeblichen Botschaft, wo Jesus sagt: „Diejenigen, die ihr sagt, dass ihr meiner Lehre folgt, aber die ihr Gesetze geändert habt um Handlungen, die in meinen Augen sündig sind, zu rechtfertigen, verlasst auf der Stelle meine Kirche!“ Oder angebliche Worte des himmlischen Vaters, er würde Seelen in die Hölle schicken, wo ihnen die Augen ausgerissen werden. 

Diese Worte stimmen nicht mit anderen Botschaften von Jesus und Gott Vater überein. Selbst als Jesus, Gott der Vater und Maria, Botschaften gaben, in denen von strengen Stellungnahmen von einer bedingten Strafe und einer Reinigung die Rede war (z.B.: zu lesen in den authentischen Botschaften der göttlichen Barmherzigkeit, oder Fatima), standen diese Botschaften vor allem in Zusammenhang von Frieden, Liebe, Ermutigung, ja sogar Freude. 

Die entsprechenden geistlichen Charakterzüge und deren Früchte sind im Wesentlichen in den angeblichen Botschaften nicht zu finden und auch abwesend bei einer beträchtlichen Anzahl von Verfechtern der angeblichen Botschaften. 

Wenn solche augenscheinlichen theologischen und faktischen Irrtümer in den angeblichen Botschaften von Maria Divine Mercy gegenwärtig sind, wie kommt es dann, dass diese angeblichen Botschaften so oft von vielen Katholiken guten Willens gelesen werden, deren Mehrheit dem Gehorsam dem Lehramt der Kirche gegenüber verpflichtet sind und die auch eine besondere und wahrhafte Marienverehrung zeigen? 

Deshalb, weil die angeblichen Botschaften Elemente enthalten, die viele Leser als richtig erkennen, wenn sie die „Zeichen der Zeit“ betrachten – eine Bewertung, zu der das Zweite Vatikanische Konzil aufruft (GS 4). 

Wir erkennen weitläufige Krisen von Glaube und Moral innerhalb der katholischen Kirche und überall auf der Welt: noch nie da gewesene globale, ökonomische und soziale Krisen, viele andauernde geopolitische Konflikte: im Nahen Osten und darüber hinaus; nie da gewesene Naturkatastrophen; die Möglichkeit eines Gebrauchs von Kernwaffen in Nordkorea, Iran und Pakistan etc. 

Diese historischen und herausfordernden Zeiten, in denen wir leben, wahrzunehmen und zu erkennen, ist absolut annehmbar und meiner Meinung nach eine ehrliche und richtige Bewertung der gegenwärtigen Zeichen der Zeit. 

Eine angebliche Botschaft voller theologischer Fehler und Ungehorsam gegenüber der Kirche ist jedoch ein schwerer und gefährlicher Irrtum. 

Es besteht ein wesentlicher Unterschied darin, die ernsten globalen Zeichen wahrzunehmen, die die Welt dringendst zu einer Umkehr aufrufen und dabei Gottes Barmherzigkeit anzunehmen, in dem man gläubig auf die rechtmäßigen übernatürlichen Botschaften antwortet, die von Jesus und Maria der gegenwärtigen Menschheit gegeben werden, und die verständlicherweise göttliche „Warnungen“ beinhalten, auf universaler und auf individueller Ebene. 

Oder auf der anderen Seite eine falsche Botschaft anzunehmen, und mit ihr zu kooperieren, welche die authentischen, zeitgenössischen Botschaften für sich in Anspruch nimmt und diese mit falschen Anweisungen infiziert wie z.B.: zum Ungehorsam Papst Franziskus gegenüber und der rechtmäßigen Autorität der Kirche unter Zurückweisung von klassischem katholischem Dogma und der wahren mystischen Tradition der Kirche aufruft; eine Botschaft, die Furcht und Angst einflößt hinsichtlich der jetzigen globalen Situation. 

Die besondere und größte Gefahr in dieser Botschaft ist meiner Meinung nach die angebliche Rechtfertigung für Katholiken einer individuellen falschen Privatoffenbarung mehr Gewicht einzuräumen als der Autorität des jetzigen Papstes, als dem Stellvertreter Christi auf Erden. 

Ironischerweise sagt die angebliche Botschaft ein kommendes Schisma in der Kirche voraus. Das könnte wirklich eine Prophezeiung werden, die sich selbst erfüllt - ein satanisches Ziel und eine Strategie, die sich erfüllen könnte als Folge der extrem gefährlichen und tatsächlichen schismatischen Botschaften wie diejenigen, die von Maria Divine Mercy verbreitet werden. 

Es ist meiner Meinung nach realistisch während unserer gegenwärtigen Erfahrung von Veränderung und Herausforderung, die wir in der Kirche und auf der Welt erleben, sogar noch mehr falsche Botschaften in der kommenden Zeit zu erwarten – falsche Botschaften gemischt mit wahrem Inhalt – die dem diabolischen Ziel dienen uns von der echten kirchlichen Autorität und ihrer Doktrin (Lehre) und auch von den echten Botschaften des Himmels für unsere Zeit abzulenken. 

Dem kann nur begegnet werden und das kann nur geheilt werden durch eine erneute Hingabe des Gehorsams an den Heiligen Vater, den Papst Franziskus und aller rechtmäßigen kirchlichen Autorität gegenüber.

Lassen Sie uns gemeinsam und mit Eifer für unseren geliebten Heiligen Vater, Papst Franziskus beten und für unsere heilige katholische Kirche, für den Triumph der göttlichen Barmherzigkeit und des Unbefleckten Herzens Marias, wie wir es von echten zeitgenössischen Botschaften von Jesus und Maria hören; und für eine friedlichen Bekehrung und Versöhnung mit der angeblichen Seherin und all ihren gegenwärtigen Unterstützern, einer Umkehr des Herzens und zum Gehorsam und der Einheit mit der Kirche. 

Dr. Mark Miravalle
Professor für Theologie und Mariologie

Der Verfasser Dr. Mark Miravalle ist Professor für Theologie und Mariologie an der Franziskaner-Universität Steubenville, Ohio, USA. Er hat bereits mehrfach Vorträge bei Bischofskonferenzen gehalten und verschiedentlich theologische Einschätzungen von Erscheinungen für Bischöfe geschrieben. Er ist verheiratet und Vater von acht Kindern.

kath.net dankt Frau Mag. Gerda Mathews für das Erstellen der Übersetzung

15. Februar 2013, 09:00

Absurde ‚Warnung’ vor dem nächsten Papst








Die Botschaften der ‚Warnung’ fordern dazu auf, den Nachfolger Benedikts XVI. nicht anzuerkennen. Dieser sei ‚falscher Prophet’ und mit dem Antichrist im Bunde. Ein Kommentar über diese und andere nicht ernst zu nehmende Botschaften von Johannes Graf

Linz (kath.net/jg)
Seit März 2011 kursieren im Internet und mittlerweile auch in Buchform angebliche Privatoffenbarungen einer anonymen Seherin, die sich „Verborgene Prophetin“ nennt. Sie bezeichnet sich auch als „Maria von der göttlichen Barmherzigkeit“. Die Botschaften handeln meist von einer sogenannten „Warnung“, einem Moment, in dem alle Menschen durch einen gnadenhaften Akt Gottes den Heilszustand ihrer Seele sehen können. Dieses Ereignis soll in naher Zukunft stattfinden.

Weihbischof Laun hat bereits in einmal auf kath.net die Warnung kritisiert. Der bevorstehende Rücktritt Benedikts XVI. und die Wahl eines neuen Papstes sind ein Anlass, sich wieder mit diesem Phänomen zu befassen. In den Botschaften der Warnung wird behauptet, Papst Benedikt XVI. sei der letzte „echte“ Papst, sein Nachfolger aber ein Betrüger, der mit dem Antichrist im Bunde sein werde. Die Botschaften fordern zum Schisma auf, sobald der Nachfolger Benedikts XVI. feststeht. In der Botschaft vom 10. April 2012 heißt es wörtlich: „Die eine Hälfte (der Gläubigen, Anm.) wird — aus Pflichtgefühl heraus — glauben, dass es notwendig ist, dem Falschen Propheten zu folgen, dem Papst, welcher Papst Benedikt XVI. folgen wird. Andere, die mit dem Heiligen Geist erfüllt sind und denen aufgrund ihrer demütigen Seele die Gnade des Unterscheidungsvermögens gegeben worden ist, werden auf der Stelle erkennen, dass in der Kirche in Rom ein Betrüger sitzt.“ Das ist ein Aufruf, den Nachfolger Benedikts XVI. nicht anzuerkennen.

Vieles an den Botschaften der „Warnung“ ist richtig. Die Achtung vor den Sakramenten, dem Papst und der Kirche, die Besinnung auf Gott werden in Erinnerung gerufen. Gerade das macht sie aber gleichzeitig gefährlich. Die oben angeführten Botschaften stehen eindeutig im Widerspruch zur Zusage Christi, die Mächte der Unterwelt würden die Kirche nicht überwältigen (Mt 16,18). Wenn ein Anhänger des Antichrist Papst würde, wäre genau das geschehen.

Die folgenden Botschaften stehen ebenfalls im Widerspruch zur Mt 16,18: „Sie (gemeint sind „gottgeweihte Diener innerhalb des Vatikan“, die einer freimaurerischen „bösen Sekte“ angehören, Anm.) planen, den Heiligen Stellvertreter Christi, Papst Benedikt XVI. durch einen „Diktator der Lügen“ zu ersetzen. Er wird im Bunde mit dem Antichristen und seiner Gruppe eine neue Kirche erschaffen, um die Welt in die Irre zu führen.“ (Botschaft vom 18. Januar 2012) Auch das würde bedeuten, dass es den „Mächten der Unterwelt“ gelingen würde, die Kirche zu überwältigen und zu verändern. Gott würde zulassen, dass seine Kirche den Beistand des Heiligen Geistes verliert, in die Irre geht und viele treue Seelen mitnimmt. Prophezeiungen wie diese bringen Verwirrung, Unsicherheit und Spaltung unter die Gläubigen, die sich – wenn sie den Botschaften glauben – weder auf die Kirche nach Benedikt XVI. noch auf die Zusagen des Evangeliums verlassen können, sondern einer anonymen Seherin folgen sollen. Das wird in der Botschaft vom 7. Juni 2011 explizit verlangt: „Es ist wichtig, dass Meine Anhänger gegenüber jedem neuen Papst, der auftreten mag, auf der Hut sind, weil er nicht von Gott sein wird.“

Die Umstände des Rücktritts Benedikts XVI. stimmen nicht mit den Botschaften der „Warnung“ überein. Dort wird behauptet, Benedikt XVI. würde „vom Heiligen Stuhl in Rom vertrieben werden.“ (11. Februar 2012). Ebenso wird vorausgesagt: „Er (Benedikt XVI., Anm.) wird zerdrückt werden, als Haupt Meiner Kirche, und ihm wird keine Gnade gezeigt werden. Der Widerstand wird schnell zunehmen, wobei er für nicht mehr zuständig erklärt werden wird.“ (13. November 2012)

Der Rücktritt Benedikts XVI. ist freiwillig erfolgt. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass er unter Druck von außen stand. Niemand hat ihn für „nicht mehr zuständig erklärt“, sondern er hat selbst auf das Petrusamt verzichtet.

Abgesehen von diesen Widersprüchen gibt es noch weitere Unstimmigkeiten der Botschaften der „Warnung“. Ich kann hier nur auf einige wenige Probleme eingehen.

Innere Widersprüche

In der Botschaft vom 20. Dezember 2010 wird vorausgesagt, dass Ende 2012 eine „Große Drangsal“ über die Welt hereinbrechen werde, die unter anderem durch viele ökologische Katastrophen erkennbar sein werde. Allerdings wird nur ein paar Wochen später, nämlich in der Botschaft vom 11./12. Januar 2011 behauptet, die Große Drangsal werde „jetzt“ beginnen. Das wird ein paar Monate später wieder anders. Jetzt erleben wir nur die „Drangsal“, die „Große Drangsal“ beginne doch erst Ende 2012 (Botschaft vom 20. Juli 2011)

Falsche Verheißungen

Am 31. Mai 2011 wurden die Anhänger der „Warnung“ aufgefordert, sich auf das Eintreten der „Warnung“ vorzubereiten, es blieben nur mehr ein paar Monate. In der Botschaft vom 1. Juli 2011 wird sogar erklärt, dass mit „Monaten“ ein Zeitpunkt „jederzeit innerhalb eines Jahres“ gemeint ist. Seit Ende Mai 2011 sind allerdings mehr als eineinhalb Jahre vergangen, ohne dass die „Warnung“ eingetreten ist.

Anonymität

Durch ihre Anonymität entzieht sich die angebliche Seherin der Überprüfung durch die Kirche. Die Kinder von Fatima und Bernadette von Lourdes waren dem Gespött der Leute und der Verfolgung durch die Behörden ausgesetzt. Durch ihre Treue zu den Erscheinungen legten sie ein starkes Zeugnis für deren Echtheit ab. Sie konnten von der Vertretern der Kirche befragt werden. Auf diese Weise konnte die Kirche zu einem Urteil gelangen. Die „Verborgene Prophetin“ der Warnung hingegen lebt weiter ihr normales Leben und veröffentlicht ihre „Botschaften“ anonym im Internet.

Trotzdem sollen wir ihr nicht nur glauben, dass der nächste Papst nicht von Gott sein wird, sondern noch mehr: „Ohne dein Opfer könnte Ich (Jesus, Anm.) Mein Versprechen nicht erfüllen, die Menschheit zu retten, so dass jeder Seele die Chance gewährt wird, dass ihr ihr rechtmäßiges Erbe zugutekommt.“ (Botschaft vom 7. November 2011)

Kirchliche Anerkennung

Laut eigener Aussage ist sie durchaus bereit, ihre Botschaften dem Urteil des Papstes zu unterwerfen. Das ist in der Einleitung zu den Botschaften zu lesen. Erscheinungen werden aber von der Kirche in der Regel erst dann überprüft, wenn sie schon abgeschlossen sind. Davon ist aber bis jetzt keine Rede. Wenn nun Benedikt XVI. die Botschaften nicht bis Ende Februar anerkennt, ist eine päpstliche Anerkennung nach Logik der „Warnung“ gar nicht mehr möglich. Der nächste Papst wird die Botschaften sicher nicht anerkennen, denn der ist ja – laut den Botschaften der „Warnung“ – der „Falsche Prophet“, der die Kirche verändern wird. Theoretisch wäre es denkbar, dass ein späterer Papst wieder von Gott eingesetzt würde. Doch wer sollte das dann beurteilen? Das könnte wieder nur durch Botschaften der „Warnung“ erkannt werden. Wenn Botschaften echt wären, würde Jesus von den Gläubigen verlangen, einer kirchlich nicht anerkannten Privatoffenbarung mehr zu glauben als der Kirche. Das wäre schlicht und einfach absurd.

Eine Anerkennung ist anscheinend auch gar nicht wichtig: „Es ist nicht wichtig, ob die Kirche diese Botschaften anerkennt; denn die Zeit läuft davon. Meine geistlichen Diener werden viele, viele Jahre brauchen, um Meine Botschaften anzuerkennen. Also mache weiter.“ (Botschaft vom 9. Juli 2011)

‚Heilige Schrift’

Die Botschaften der „Warnung“ werden auf dieselbe Stufe gestellt wie die Heilige Schrift. „Du brauchst all deine Energie, um das Buch zu schreiben. Das Buch, über das Ich (Jesus, Anm.) spreche, ist eine heilige Schrift und ist Teil des Plans, wie er im „Book of Kells“ enthüllt worden ist. Dieses Buch wird Leben ändern, Seelen retten und wurde vorausgesagt. Ja, das Buch ist das, was prophezeit worden war. Du bist der Schreiber. Ich bin der Autor.“ (Botschaft vom 12. November 2010)

Das „Book of Kells“ ist nur in der deutschen Übersetzung der Botschaft enthalten. Auf Anfrage teile der Übersetzer mit, es sei ihm aufgefallen, dass der Satz in der englischen Version gestrichen (!) worden sei. Daraufhin habe er ihn auch aus der deutschen Übersetzung entfernt, später aber wieder hinzugefügt. Sollte es sich wirklich um eine Botschaft Gottes handeln, könnte man wohl nicht so einfach einen Satz streichen und wieder hinzufügen.

Das „Book of Kells“ wurde von irischen Mönchen im Mittelalter herausgegeben. Es enthält praktisch nur die vier Evangelien. Wo dort eine weitere Heilige Schrift angekündigt werden soll, bleibt rätselhaft. Die Kirche betrachtet die Bibel mit der Offenbarung des Johannes als abgeschlossen. Es kann daher kein neues Buch geben, das zur Bibel hinzugefügt werden könnte.

Die Aussagen der 'Warnung' zum nächsten Papst und zur Entwicklung der Kirche sollten daher nicht ernst genommen werden. Sie säen Angst und Misstrauen gegenüber dem nächsten Papst und der Kirche und sie tun das gerade unter den Katholiken, die dem Papst und der Kirche bis jetzt treu waren.

Lesen Sie auch den theologischen kritischen Komentar zu

"DIE WARNUNG"

 

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