Hl. Maria

ANVERTRAUEN DEM SCHUTZ MARIENS

(sel.Johannes Paul II)

 

"Frau, siehe, dein Sohn!" (Joh. 19,26). Du, Mutter zeigst uns die gebenedeite Frucht deines Leibes, das Wort, das Fleisch geworden ist, den Erlöser der Welt.

Sein Wort, das uns auf dich hinweist und dich zu unserer Mutter macht, klingt wohl in unseren Ohren: "Frau, siehe, dein Sohn! ". Indem er dir den Apostel Johannes und mit ihm die Söhne und Töchter der Kirche, ja alle Menschen anvertraute, verringerte Christus seine ausschließliche Rolle als Erlöser der Welt nicht, sondern bekräftigte sie.

Du bist der Glanz, der das Licht Christi nicht mindert, denn du lebst in ihm und durch ihn. Dein ganzes Sein ist Zustimmung: "fiat" (Ja). Du bist die Unbefleckte, du bist die Fülle und der Widerschein der Gnade. Sieh da, deine Söhne und Töchter, die hier um dich versammelt sind.

Wir wollen uns deinem mütterlichen Schutz anvertrauen. Nimm uns an, so, wie wir sind, so, wie wir heute vor dir stehen. Blicke in unsere Herzen! Nimm an unseren Eifer und unsere Hoffnungen! Hilf uns, die du voll der Gnade bist, in der Gnade zu leben, in der Gnade zu bleiben und - wenn notwendig zur Gnade des lebendigen Gottes zurückzufinden, die das höchste Gut des Menschen ist. Nimm uns an mit unseren täglichen Problemen, mit unseren Mängeln und Schwächen, mit unseren Krisen und dem persönlichen, familiären Fehlverhalten.

Lass nicht zu, dass uns der gute Wille abhanden kommt! Lass nicht zu, dass uns das ehrliche Gewissen und die Anständigkeit verloren gehen! Heute blicken wir in deine mütterlichen Augen! Gib, dass wir stets auf deinen Sohn hören.

Maria! Du weißt genau, was uns alles fehlt! Was uns weh tut. Du kennst unsere Leiden und unsere Sehnsüchte. Sprich zu deinem Sohn! Sprich zu ihm von unserem schwierigen "Heute". Sprich davon zu jenem Christus, dem wir unsere ganze Zukunft anvertrauen. Diese Zukunft beginnt schon "heute". Sie hängt ganz davon ab, wie unser "Heute" sein wird. Zu Kana in Galiläa, als der Wein ausging, hast du auf Jesus gezeigt und zu den Dienern gesagt: Was er euch sagt, das tut! Sag diese Worte auch zu uns! Sag sie immer! Sag sie unermüdlich!

O Mutter Christi, des Herrn des kommenden Zeitalters, gib, dass wir stets auf deinen Sohn hören. Dass wir auf ihn hören Tag für Tag und Werk für Werk. Dass wir auf ihn hören, auch wenn er schwierige und anspruchsvolle Dinge sagt. Zu wem sollen wir gehen? Er hat Worte des ewigen Lebens! Das Evangelium ist die Freude der Mühsal. Mutter! Hilf uns, dass wir mit dem Evangelium im Herzen unser schwieriges "Heute" bewältigen und zu jener Zukunft aufbrechen, zu der wir auch Christus eingeladen haben, den Fürst des Friedens. Amen.