Christen begegnen Muslimen

Mut zum Widerspruch - Mut zum Zeugnis

  1.  Einführung
  2. Das Institut St. Justinus 

Das Institut St. Justinus wurde am 30. Juli 1996 in Maria Zell gegründet und versteht sich vor allem als Werk der Erstverkündigung und der kirchlichen Integration.

Die Konvertiten

Das Institut St. Justinus hat nach den Weisungen des Zweiten Vatikanischen Konzils für die fremdsprachigen Taufbewerber von Anfang an, den Weg des dreistufigen Katechumenats übernommen. Das Katechumenat ist der Weg des Christwerdens, d.h. der Einführ­ung und Eingliederung eines Nichtchristen in die katholische Kirche. Der Höhepunkt auf diesem Weg ist die Feier von Taufe, Firmung und Eucharistie.

Die Katechisten

Bereits in der Urkirche brauchte es Katechisten für den Unterricht der Taufbewerber. Die Taufbewerber mussten sich mehrere Jahre auf die Taufe vorbereiteten. Deshalb wurden sie „Katechumene", d.h. die zu Unterrichtenden " genannt.

Der Lehrgang zur Ausbildung von Katechisten (LAK)

Das Institut St. Justinus begann im Jahre 2002 mit Genehmigung der Österreichischen Bischofskonferenz und in Zusammenarbeit mit der „Phil.-Theol. Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz" Kate­chisten für den Glaubensunterricht erwachsener Taufbewerber aus­zubilden.

 

 

3. Christentum und Islam - ähnliche Religionen?

Der Islam versteht sich nicht als eine neue Religion neben anderen Religionen, sondern als

die einzige wahre Religion bei Allah. Der Koran Vers 3,19 macht dies deutlich:

„Die Religion bei Allah ist der Islam!" Für Mohammed geht es um die Reinigung, Erneuerung der ursprünglichen Religion Adams. Der Islam kritisiert deshalb das Judentum und das Christentum und will beide von angeblichen Verfälschungen " reinigen.

4.    Die Fälschungstheorie

Der Islam lehrt, dass Allah zu verschiedenen Zeiten den ver­schiedenen Völkern jeweils in ihrer eigenen Sprache eine heilige Schrift habe zukommen lassen:

·         die „Taurat" (Thora)

·         dem Moses, der „Zebur" (Psalter)

·         dem David, das „Incil" (Evangelium) Jesus,

·         der Koran dem Mohammed

Ursprünglich sei der Inhalt der vier Bücher im Wesentlichen der gleiche gewesen, wenngleich die neuere Schrift jeweils die ältere ersetzt habe.

 

5.  Das verschiedene Gottes- und Menschenbild

Die großen Differenzpunkte zwischen Christentum und Islam, zeigen sich vor allem im verschiedenen Begriff des Monotheismus und im Verständnis des Heilsmittlers.

Im Islam ist das Verhältnis zwischen Gott und Mensch aus­schließlich das Verhältnis Schöpfer und Geschöpf, wie Herr und Sklave. Dem Menschen gebührt deshalb nur „Hingabe -Unterwerfung"- das heißt auf Arabisch: Islam

Ganz anders der christliche Gottesglaube. Gott wird nicht nur „Gott", „allmächtig", „Schöpfer" genannt, sondern „Vater". Dieses Kind-Vater-Verhältnis, das für den Christen zum Wesen seines Glaubens gehört, ist für den Muslim undenkbar, ja geradezu eine Gotteslästerung.

 

Der Heilsmittler

Für den Islam ist Mohammed nur der Offenbarungsempfänger und -verkündiger.

Für die christliche Kirche ist Jesus Christus nicht bloß Träger der Offenbarung, sondern selber die Offenbarung. Er ist nicht nur Vermittler des Glaubens, sondern Gegenstand des Glaubens. Er ist wahrer Mensch und wahrer Gott.

Die Person Jesu

Bereits der Name „Jesus" deckt den großen Unterschied zum Islam auf; denn im Islam wird Jesus nicht Jesus genannt, sondern Isa. Der Name „Jesus" ist aber nicht nur ein Name, sondern ein Programm, er hat eine tiefe Bedeutung: „Jahwe rettet - Jahwe hilft". - Der Name Isa hingegen hat keinerlei Bedeutung.

 

 

6. Die Erlösung

Woher leiten sich die Würde und die Freiheit des Menschen ab?

1.   Die Gottesebenbildlichkeit

Nach christlicher Glaubenslehre vor allem aus der Gotteseben­bildlichkeit, auf deren Grundlage der Mensch als unverwechsel­bares, von Gott ins Leben gerufenes, einmalig begabtes Geschöpf betrachtet wird. Der Gedanke der unteilbaren Würde jedes Individuums hängt eng mit der Gleichheit vor Gott und dem Gesetz zusammen.

Ganz anders die islamische Lehre. Eine Theologie, die den Menschen zwar als Geschöpf Gottes betrachtet, aber ihm nicht diese besondere Würde als Gottes Ebenbild zugesteht, geht dann auch folgerichtig davon aus, dass der Mensch nicht in erster Linie Freier und Fragender ist, sondern Unterworfener, ein „Muslim" (Islam=Unterwerfung, Hingabe). Das hat enorme Konsequenzen.

2.   Die Sündhaftigkeit und Erlösungsbedürftigkeit.

Nach dem biblischen Zeugnis ist der Mensch wesenhaft ein Sünder. Christen verstehen unter

Sünde etwas anderes als Muslime:

 

Islamisch ist Sünde der Verstoß gegen die Ordnung und gegen einzelne Vorschriften Allahs. Zwar berichtet der Koran von einem einzelnen Ungehorsams Akt des Menschen, im Paradies, versteht diesen jedoch nicht als „Sündenfall". Der Mensch bleibt im Grunde davon unverändert.

Biblisch gesehen reicht Sünde viel tiefer: Sie ist Bruch des Vertrauens zu Gott. Sünde trennt den Menschen von Gott. Sünde ist (Ab-)Sonderung. Sie verändert den ganzen Menschen und verdirbt mit der Gottesbeziehung zugleich seine Gottebenbildlichkeit. Sie ist nicht nur eine Einzelverfehlung, die vom Menschen korrigiert und wiedergutgemacht werden könnte, sondern wurde für die Menschheit zu einem verhängnisvollen Zustand.

3.   Die Erlösung

Entscheidend aus christlicher Sicht ist das Erlösungswerk, Tod und Auferstehung Jesu. Empfängnis und Jungfrauengeburt sind Zeichen der göttlichen Herkunft, die Wundertaten sind Ausweis seiner Voll­macht (KKK 599ff).

Der Kreuzestod Jesu, sein Erlösungswerk, seinen Tod und seine Auferstehung werden im Koran vehement geleugnet. Der schmach­volle Tod eines Propheten sei für den Islam undenkbar - wäre dies doch eine Niederlage Allahs (vgl. Sure 4.156 ff).

7.   Die falsche Darstellung des Christentums

Der Koran, die eigene Familie und Verwandtschaft, die Christen in den islamischen Ländern, zeigen den Muslimen nicht das wahre Christentum.

8.   Die christlichen Verkündigung

Wir Christen haben die Pflicht, den suchenden und fragenden Menschen Antwort zu geben - und sie haben ein Recht zu erfahren, „aus welcher Hoffnung wir leben"! Sie haben ein Recht, ihren Erlöser und Heiland kennen zu lernen und von seiner Botschaft zu hören. Der heilige Paulus fragt: „ Wie sollten sie glauben, wenn ihnen niemand verkündet?"