Die Blaue Armee Mariens

Fatima Madonna
Fatima Madonna

 

Von P. Dr. Zacharias Thudippara MST ermutigt, haben wir uns in unserem Gebetskreis angewöhnt, nach jedem Gesätzchen noch eine Gebetsbitte hinzuzufügen:

 

„Mutter Gottes, Königin der Blauen Armee, bitte für uns Sünder in der ganzen Welt und für die Befreiung, Bekehrung und Rettung Österreichs!“

 

 

Im nachfolgenden Text, entnommen auch dem Büchlein

„Wunder des Vertrauens“ von A. M. Weigl,

finden wir die Erklärung, wer diese Blaue Armee Mariens ist.

 

Ein Pfarrer liegt im Sterben

Monsignore Colgan, damals noch ein einfacher Pfar­rer, hatte sich am 8.Dezember 1946 in einem Kranken­haus seines Pfarrbezirkes Plainfield, USA, auf den Tod, vorbereitet. Sein Herz war schon seit geraumer Zeit sehr schwach. Die Versuche mehrerer Ärzte hatten versagt. Die heiligen Sterbesakramente waren gespen­det. Dem Willen Gottes völlig ergeben, wollte er den letzten Weg doch nicht allein gehen. 'Seine Seele suchte die Mutter Maria, der er von Kindheit an geweiht war. Die ihn betreuende Schwester brachte ihn eine Statue von der Unbefleckten Empfängnis und stellte sie so auf, dass sein Auge sie ohne besondere Anstrengung sehen konnte. Wie er später erzählte, rang sich nach Stunden inneren Zwiegesprächs ein Ge­danke durch, der ihn schließlich völlig beherrschte: Vielleicht würde ihm Maria die Gesundung vermitteln, wenn er sich entschlösse, die letzten Jahre seines Priestertums ihrem besonderen Dienste zu weihen? Schließ­lich sprach er den Gedanken still in seinem Herzen aus. Es war keine eigentliche Bitte, es war ein vertrauens­voll ausgesprochener Vorschlag. ...

 

Der Sterbenskranke gesundete, die einstige Kraft kehrte wieder

Monate aber vergingen, ohne dass er sich klar ge­worden wäre, wie er Maria in besonderer Weise die­nen könne. Da griff er eines Tages zu einer Klein­schrift, die zwar schon lange auf seinem Schreibtisch lag, die anzusehen er sich aber noch keine Zeit ge­nommen hatte. Sie trug den Titel „Fatima".

 

Von den Erscheinungen Mariens in Fatima hatte er zwar ge­hört, aber nach diesem entlegenen Ort hatte er noch nicht geforscht. Als er weiterblätterte, fiel sein Auge auf eine in Sperrdruck gebotene Stelle: „Wenn die Welt auf meine Wünsche hört, wird sich Russland be­kehren ... und es wird Friede sein."

 

Dieses Wort zün­dete. „Welche Wünsche", fragte er laut und setzte sich nieder, die Broschüre in der Hand. Auf einmal stand er auf, um nach einem Bleistift zu greifen. Er unterstrich jetzt jedes einzelne Wort: Rosenkranz, Buße, Sühne, Weihe an mein Unbeflecktes Herz, Russland, Friede. Sinnend legte er Bleistift und Broschüre vor sich hin. Wie hatte das geheißen —

„Wenn nicht...“

„Wenn was nicht?", dachte er.

„Wenn man ihre Bitten nicht erfüllte", antwortete er sich selbst,

„was wäre dann?"

Er nahm die Broschüre wieder zur Hand, las nochmals und unterstrich: Irrtümer in der ganzen Welt ausbreiten, Kriege und Verfolgungen der Kirche ... gemartert ... der Heilige Vater ... Leiden, ganze Nationen ... verschwinden.

Da sprang er plötz­lich auf: „Das ist's! Mein Gott, warum hat man so etwas nicht schon lange gelesen — und bedacht? Wa­rum sagt einem niemand etwas darüber?"

„Botschaft von Fatima!"

„Wer spricht denn davon? Und diese Antwort!

Die Antwort auf Leben und Tod einer gan­zen Welt."

 

Die Geburtsstunde der „Blauen Armee Mariens"

 

Am nächsten Sonntag trat der Pfarrer auf die Kan­zel und legte seiner erstaunten Zuhörerschaft einen fertigen Plan vor, dem gemäß er aus seiner Pfarrge­meinde eine geistige Armee schaffen wolle, deren Auf­gabe es sei, durch die treue Beobachtung der Forde­rungen von Fatima der Roten Armee Moskaus eine Macht entgegenzustellen, die aus Menschen dieser Erde gebildet, aber von göttlicher Kraft durchlebt, aller Gewalt und Bosheit die Stirne bieten solle.

 

Der aus innerem Feuer vorgetragene Plan entzün­dete auch die Pfarrfamilie von Plainfeld. In kurzer Zeit war sie im Sinne Mariens umgeformt. Und: das Feuer machte an den Pfarrgrenzen nicht halt, sondern erfasste den zuständigen Bischof und dessen Diözese, es sandte seine zündenden Funken in alle Welt hinaus; es entstand das Heer der Blauen Armee, das heute 50 Millionen zählt und sein Zentrum an der Cova da Iria hat.... (Erster Leiter in Deutschland war H. H. Pfr. Fuß in Beltheim, sein Nachfolger ist Hans von Colen.)

 

Der Segensstrom dieser Bewegungen

Wie die „Blaue Armee" über die ganze Welt hin, wie der „Familienrosenkranz" des ebenfalls geheilten Pater Patrick Peyton besonders in Übersee die Erfül­lung der Forderung von Fatima anstrebt, setzt sich der sogenannte „Rosenkranzsühnekreuzzug für den Frie­den der Welt" besonders in Deutschland und Öster­reich und jetzt auch weit darüber hinaus für die Er­füllung der Fatimabotschaft ein. Über eineinhalb Mil­lionen Mitglieder sind der Zentrale in Wien (Franzis­kanerplatz 4) angeschlossen.

In Altötting ist der Sitz der schon früher gegründeten „Sühnekreuzzugbewe­gung".

In Regensburg, Wittelsbacherstr. 7, eine Zweig­stelle von Wien.

 

Die Mitarbeit am Rettungswerk der Seelen, nämlich:

 

1. das tägliche Rosenkranzgebet oder wenigstens ein Gesetzchen;

2. Buße und Sühne;

3. Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens hat in dreifacher

    Hinsicht großen Segen gebracht.

 

Persönliche Gnadenerweise

Es liegen sowohl im Archiv der Blauen Armee, wie in dem des „Rosenkranzsühnekreuzzuges" ungezählte Briefe vor, die davon Zeugnis ablegen, wie die Gottes­mutter besonders jenen hilft, welche das Versprechen, täglich den Rosenkranz für die Bekehrung der Sünder zu beten (also nicht nur für eigene Anliegen), ernst nehmen.

Ich selbst durfte als Fatimapilger zum Abschluss des Marien Jahres 1954 tiefe Gnaden erleben, für die ich zeitlebens dankbar sein werde. Unvergessen bleiben mir auch die glückstrahlenden Augen all derer, die dorthin pilgerten, nicht zuletzt der armen portugiesi­schen Bauern, die barfuss viele, viele Kilometer ihres steinigen Landes nach Fatima hin pilgerten und dort im Freien übernachteten. Wer einmal angefangen hat, Maria zuliebe vertrauensvoll für die Rettung der See­len, für den Frieden der Welt, für die Bekehrung Russlands zu beten, der kann nicht anders: er wird auch Buße tun, ja er wird freudig alle Pflichten seines Standes erfüllen und das Kreuz in seinem Leben tra­gen. Er wird auch andere für dieses ungemein wich­tige Apostolat zu gewinnen suchen. Er muss es.

Ein Millionensegen strömt davon aus.

 

Religiöser Aufschwung in den Pfarreien

Die Erfüllung dieser schlichten Ratschläge, die so einfach sind, dass selbst Hirtenkinder, welche weder lesen noch schreiben konnten, sie durchführten, haben weithin befruchtend auf die Hebung des pfarrlichen Lebens gewirkt. Viele Seelsorger leiden unter der Tat­sache, dass dreißig, vierzig oder mehr Prozent ihrer Pfarr-angehörigen die religiösen Pflichten nicht mehr erfüllen. Wenn aber ein Kern der Pfarrei gewonnen ist, der täglich für die abgestandenen Christen betet, opfert und sühnt, wenn alle vier Wochen Fatima-Sühneandachten, verbunden mit dem Empfang der hei­ligen Sakramente, abgehalten werden, wie es an vie­len großen und kleinen Marienstätten geschieht, dann bedeutet das Gnadenfunken, die zünden, die in den Pfarreien das Feuer der Gottesliebe entzünden helfen. Die Leiter der großen Fatimabewegung bestätigen dies ebenso wie einfache Priester. Grund genug, zu ver­trauen und immer wieder zu vertrauen in einer Zeit, in der die Herzen vieler Menschen von den sie über­flutenden Masseneindrücken verschüttet und verflacht werden.

 

Zum Heil für ein ganzes Volk

Was aber, wenn Hunderttausende in einem Volk den Ruf der Gottesmutter aufnehmen und Ernst machen mit dem täglichen Rosenkranzgebet, Ernst mit der täg­lichen Pflichterfüllung als Ausdruck der Sühne, Ernst mit dem Vorsatz, den Herrn nicht mehr zu beleidigen!

 

Darauf gibt der Leiter des „Rosenkranzsühnekreuz­zuges" P.Petrus OFM Antwort: „Rund 500000 Gläu­bige haben jahrelang um die Befreiung Österreichs gebetet;

gerade am 15. Mai 1955 feierten wir die 81. Sühneandacht. Die neunte Monatsnovene war zu Ende, und die Macht des Gebetes hat sich erwiesen. An dem Tag wurde Österreich durch die Unterzeich­nung des Staatsvertrages frei. In der ganzen Welt er­regte dieser Staatsvertrag und die Befreiung Öster­reichs Aufsehen. Man konnte dies in der freien Welt einfach nicht fassen. Dass Moskau ein besetztes Land freigegeben hatte, war noch nie da. Nach 268 Kon­ferenzen, die immer am „Njet" der Russen scheiterten, kam gerade am

13. April der erste Hoffnungsschim­mer, und am 13. Mai 1955 war es gewiss:

Maria hat geholfen. Österreichs Gebet und Vertrauen wurde be­lohnt."

Was will die Mutter Gottes anderes... als das Heil der Völker, als die Wiedereroberung einer materialistischen Welt für Christus und für die Kirche.

 

Beten wir so vertrauensvoll, wie P. Petrus OFM und seine Mitbeter es uns vorgezeigt haben, damit dieses Österreich von allen bösen Mächten befreit, und die Menschen bekehrt und gerettet werden!